Stendal l Nein, neu sieht er nicht aus, der sanierte Gebäudeteil der Stendaler Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Seit Anfang dieses Jahres sind 57 neue Asylsuchende hier angekommen. Bis Ende des Jahres werden monatlich 50 bis 60 weitere dazukommen. Sie alle müssen untergebracht werden. Der vordere Teil der Gemeinschaftsunterkunft ist belegt. Seit Herbst des letzten Jahres wird der leerstehende Gebäudetrakt im Möringer Weg wieder bewohnbar gemacht.

Wohnungen werden komplett ausgestattet

"Wir haben Fenster und Türen saniert, die Heizungsanlage wieder instand gesetzt und die Strom- und Wasserleitungen reparieren lassen", erklärt Torsten Werner, stellvertretender Leiter der Gemeinschaftsunterkunft. Er führte am Donnerstag durch die Räumlichkeiten des Eingangs 12b, den die Handwerker erst einige Stunden vorher freigegeben hatten. Eine sechsköpfige Familie aus dem Kosovo hat kurz darauf die erste sanierte Wohnung bezogen. Die Unterkünfte werden für die Neuankömmlinge mit Mobiliar ausgestattet: Tische, Stühle, Betten, Lampen, Kleiderschränke, Küchenzeile - "was man zum Leben braucht", erklärt Werner weiter. Die Möbel seien Spenden, meist aus privater Hand, viele aber auch von Organisationen und Vereinen.

Auch die sanitären Anlagen wurden instand gesetzt. Ein Segen für die 303 Bewohner, die bereits im vorderen Gebäudeteil wohnen. Aufgrund von Legionellen, die im vergangenen Jahr dort festgestellt worden, können sie weder in ihren eigenen Wohnungen kochen noch sich waschen. Ein Großraumcontainer diente bisher als Gemeinschaftswaschraum- und küche. Seit Donnerstag können die Anwohner eine dafür bereitgestellte leere Wohnung im Eingang 12b benutzen. "Wir arbeiten an dem Problem", sagte dazu Landrat Carsten Wulfänger (CDU). Problematisch sei gewesen, dass durch den langen Leerstand die Wasserleitungen nicht in Betrieb waren und sich dadurch Legionellen festgesetzt hätten. Die neuen Wohnungen seien deshalb alle mit einem Boiler ausgestattet, um ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden.

Derzeit leben in der Gemeinschaftsunterkunft Stendal knapp 310 Asylsuchende, die meisten aus Syrien, Indien, Serbien und Mazedonien. Insgesamt können, inklusive dem sanierten Gedäudeteil, 480 Personen unterkommen. 270 weitere sind in der Stadt Stendal untergebracht.

Asylbewerber werden auch im Landkreis untergebracht

Bis zum Jahresende bereitet sich der Landkreis Stendal auf das Doppelte der bisherigen Asylbewerberzahlen vor. Dazu wird nicht nur der Gebäudeteil im Möringer Weg wieder instand gesetzt, sondern auch mit Stendaler Wohnungsgenossenschaften und privaten Vermietern zusammengearbeitet.

"Wir können alle Asylsuchenden unterbringen", so Wulfänger, der anfügt: "Aber niemanden in Süd, sondern in die Fläche gehen und auch im Landkreis Wohnungen zur Verfügung stellen."

Bilder