Seit gestern ist der Stendaler Bahnhof ein Stück behindertengerechter. Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) und Karin Meyer, Leiterin des Bahnhofsmanagements Magdeburg, eröffneten den neuen Bahnhofstunnel.

Stendal l Das Interesse war groß. Nicht nur Mitarbeiter der Verwaltung und der Bahn hatten sich gestern am Eingang des neuen Bahnhofstunnels an der Lüderitzer Straße versammelt, sondern auch zahlreiche Stadträte, Anwohner und andere Interessierte. Um punkt 10.07 Uhr durchschnitten Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) und Karin Meyer, Leiterin des Bahnhofsmanagements Magdeburg, symbolisch das schwarz-rot-goldene Absperrband.

Bauarbeiten gehen nächstes Jahr weiter

Damit hat zumindest ein Kapitel der sehr langen Geschichte vom Umbau des Stendaler Bahnhofs zu einem barrierefreien Knotenpunkt seinen Abschluss gefunden. "Lang hat`s gedauert, aber wir sind am guten Ende", formulierte es Schmotz. Räumte allerdings auch ein: "Das Projekt ist noch nicht zu Ende." Die Bauarbeiten für den Tunnel hatten im Mai 2013 begonnen, sollten ursprünglich schon im vergangenen Jahr abgeschlossern sein. Kabel, die nicht verzeichnet waren, und Zauneidechsen im Gleisbett, die erst noch gezählt werden mussten, waren Gründe für die Verzögerung. Noch länger warten müssen die Stendaler nun auf die Aufzüge.

"Wir werden die Bauarbeiten im kommenden Jahr fortsetzen", kündigte Meyer an. Ob des großen Interesses und der Bedeutung des Bahnhofes sei es aber keine Frage, dass weitergemacht würde. Ab 2016 sollen die Bahnsteige 2/3 und 4/5 erneuert werden. Sie werden auf 55 Zentimeter angehoben, um komfortables Ein- und Aussteigen im Nahverkehr zu ermöglichen.

Stadt ist mit 1,9 Millionen Euro dabei

Dann werden die Aufzüge, neue Treppen und ein Wegeleitsystem installiert. Während der Arbeiten wird es Bahnsteigänderungen und Änderungen der Erreichbarkeit geben. Die Baumaßnahmen sollen Ende 2017 beendet sein. Erst dann wird der Röxer Tunnel zugeschüttet. "Während der Bauarbeiten spielt er noch eine wichtige Rolle", erklärte Meyer.

Die Kosten für den neuen Tunnel und den Umbau des Bahnhofes betragen rund sieben Millionen Euro. Die Hansestadt ist Bauherr für das Treppenhaus und die Rampenanlage zur Lüderitzer Straße. Sie ist mit rund 1,9 Millionen Euro an den Baukosten beteiligt. "Das ist gut angelegtes Geld", sagte Schmotz. Nicht nur wegen der Funktion, sondern auch wegen des Aussehens des neuen Tunnels. Mit seiner rot-grauen Gestaltung "macht er den Eindruck, als ob schon hier an der Lüderitzer Straße ein Zug steht".