Stendal l Das Gelände des Technischen Hilfwerkes (THW) in Stendal ist in einem guten Zustand. Das Mehrzweckgebäude sowie die Fahrzeughallen wurden vor gut zehn Jahren auf dem Gelände des Grenzkommandos Nord an der Gardelgener Straße errichtet. Trotz des guten Zustandes wünschen sich die Verantwortlichen einen Anbau. "Der Fuhrpark hat sich gewandelt", erläutert Norman Gelbke, der Ortsbeauftragte des THW in Stendal. Das sei der einzige Grund, warum die ehrenamtlichen Helfer dringend einen zusätzlichen Bau haben möchten.

Derzeit genutzte Halle wurde 2003 fertiggestellt

Der Bau der bestehenden Halle, der 2003 fertig geworden ist, habe sich am Fahrzeugbestand von 1999 orientiert. "Seither sind einige größere Fahrzeuge hinzugekommen", sagt Gelbke. So habe ein Mehrzweck-Lastwagen, der 2009 angeschafft worden ist, eine Länge von 8,60 Meter. Das Vorgängerfahrzeug war aber nur 7,10 Meter lang gewesen. Auch ein LKW-Ladekran, der 2011 angeschafft wurde, hat eine Länge von 9,80Meter und ist damit 1,5Meter länger als der Vorgängerkran.

Die THW-Helfer aus Stendal hoffen auf ein Sonderbauprogramm für das THW, das der Haushaltsausschuss des Bundestages im November beschlossen hat. "Ziel ist es, zahlreiche der vielerorts maroden THW-Liegenschaften zu sanieren beziehungsweise neu zu bauen", sagte die Stendaler SPD-Bundestagsabgeordnete Marina Kermer. Das Budget sei für 2015 noch einmal um vier Millionen Euro aufgestockt worden, teilte Kermer mit. Bis 2018 stehen 23 Millionen Euro in dem THW-Programm zur Verfügung. "Wir haben damit gerechnet, dass es noch sehr lange mit einem Anbau bei uns dauern könnte", sagte Norman Gelbke. Nun freue er sich, wenn es doch schneller gehe. Marina Kermer sei für den nächsten Dienstabend der THW-Helfer eingeladen, damit sie sich aus erster Hand ein Bild von der Stendaler Situation machen könne, sagte THW-Chef Gelbke. Wie teuer ein Anbau werden könnte, sei unklar. "Dafür ging jetzt alles zu schnell." Er wisse auch, dass es Ortsverbände wie in Salzwedel gebe, bei denen noch dringender Handlungsbedarf bestehe, sagte Gelbke.

Kontrolle ergab Mängel bei Flucht- und Rettungswegen

Vor kurzem habe es eine unabhängige Sicherheitskontrolle gegeben und dabei sei klar festgestellt worden, dass die Flucht- und Rettungswege innerhalb des eigenen Gebäudes nicht mehr gegeben seien. "Das ist ein Risiko für unsere Leute", sagte Gelbke. Teilweise müssten Fahrzeuge und Anhänger derart in der Halle platziert werden, dass Deichseln den Weg versperren.

Das THW wurde 1950 als eine Bundesanstalt für den Katastropheneinsatz gegründet. Sie untersteht dem Innenministerium. Es gibt acht Landesverbände und 668 Ortsverbände. Das THW in Stendal wurde 1995 gegründet und hat derzeit 35 ehrenamtliche Helfer.