Stendal l Die Hetzerei, der sich so mancher Bahnreisende ausgesetzt fühlte, wenn er auf dem Schienenweg von Stendal nach Schwerin oder Hamburg unterwegs war und in Wittenberge umsteigen musste, sollen mit dem neuen Fahrplan eine Ende haben. Das kündigt die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) an, die derzeit den am 13. Dezember in Kraft tretenden Fahrplan festklopft.

Regionalexpress aus Uelzen endet künftig in Magdeburg

Bislang gilt der die Verbindung als "Turnschuhanschluss", weil die Passagiere häufig die Beine in die Hand nehmen müssen, um in Wittenberge den Regionalexpress nach Schwerin zu erreichen oder den Eurocity nach Hamburg. "Das wird entspannt", so Nasa-Sprecher Wolfgang Ball, der Umsteigezeiten von 10 bis 15 Minuten in Aussicht stellt.

Doch der neue Fahrplan ist für Altmärker auch für weniger gute Nachrichten gut. So fährt der Regionalexpress aus Uelzen, der in Salzwedel und Stendal hält, nicht mehr bis Halle durch, sondern endet in Magdeburg.

Ball erklärt dies mit einem "bisher recht langen Lauf für einen Regionalexpress" und veränderten Anschlüssen nach Süden. Er nennt aber auch einen Vorteil für Reisende, auch aus der Altmark. Ab Naumburg besteht ein ICE-Anschluss nach München.

Auch wer mit der Regionalbahn von Stendal nach Braunschweig reist, muss ab Mitte Dezember Umsteigen in Kauf nehmen. Die Bahn endet nämlich in Wolfsburg. Von dort bestehen Anschlussmöglichkeiten nach Braunschweig und Hannover. Mit ausreichenden Zeiten zum Umsteigen, wie Ball versichert. Die Einflussnahme der Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt ist eingeschränkt, weil ab der Landesgrenze die niedersächsische Gesellschaft federführend ist.

Und bei ihr dürfte ins Gewicht fallen, dass das Gros der Passagiere aus Richtung Stendal ihre Reise in Wolfsburg beenden und die Zahl der Reisenden zwischen Wolfsburg und Braunschweig um ein Vielfaches höher ist als zwischen Stendal und Wolfsburg.

Moderne Dieseltriebwagen bleiben in Betrieb

Offensichtlich profitiert die Altmark von der Vergabe der Strecke Stendal-Rathenow an die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft. Ab Rathenow soll an den Wochentagen ein Frühzug zusätzlich rollen.

Startet die frühste Verbindung derzeit um 5.57 Uhr in Rathenow, so wird er mit dem neuen Fahrplan voraussichtlich schon vor 5 Uhr fahren. Damit besteht ein Anschluss an den ICE Hannover/Köln. Laut Ball bleiben auf der Strecke Stendal-Rathenow die "modernen Dieseltriebwagen" in Betrieb, und "es sind auf allen Zügen Kundenbetreuer, die auch Fahrschein verkaufen."

Ab 16. Februar will die Nasa den neuen Fahrplan unter www.starker-nahverkehr.de ins Internet stellen. Dann können Fahrgäste ihre Meinung und Änderungswünsche äußern.