Mit dem neuen Gewerbegebiet am Uenglinger Berg werden einige Geschäftsumzüge im Nordwesten der Stadt in Gang gebracht. Auch von den Stadträten werden die Rochaden mittlerweile registriert.

Stendal l Seit Mitte Januar wird am Uenglinger Berg gebaut, ein Investor aus Barsinghausen investiert zunächst nach eigenen Angaben 4,5 Millionen Euro zur Entwicklung des Gewerbegebietes (die Volksstimme berichtete). Immer mehr zeichnet sich ab, dass das Vorhaben einige Dynamik in der Geschäftswelt im Nordwesten Stendals freisetzt.

Neben der Ansiedlung eines Tedox-Baumarktes, der von Fischbeck nach Stendal zieht, wird auch das Dänische Bettenlager 2016 auf den Uenglinger Berg ziehen. Mindestens ein dritter Fachmarkt soll noch dazu kommen, so die Pläne des Investors Peter zum Felde.

"Wollen wir das überhaupt, was da jetzt passiert", fragte vor kurzem Hardy Peter Güssau (CDU) im Hauptausschuss der Stadt. Er bezog sich explizit auf den Wegzug des Dänischen Bettenlagers vom alten Standort an der Scharnhorststraße/Ecke Lützowstraße. In dem Areal hat es schon mehrere Wegzüge gegeben. Nach einem Gartencenter vor rund zwei Jahren folgte November 2014 der Auszug des Aldi-Marktes.

Klaus Schmotz: "Es gibt Anzeichen für Nachrücker"

"Das entscheidet der Markt", sagte Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) im Hauptausschuss. Es sei nicht schön, wenn Geschäftsflächen leer stehen, es gebe aber Anzeichen dafür, dass es Nachrücker gebe.

Nach Informationen der Volksstimme wird in Kürze in das Gebäude des ehemaligen Aldi ein Schönebecker Unternehmen für Haustechnik einziehen. Auch in der Nachbarschaft tut sich etwas. Der ehemalige Imbiss von Hassan Jasim Ibrahim wird zu einem orientalischen Geschäft für arabische und türkische Waren umgebaut. "Den Imbiss habe ich in einen Verkaufswagen verlegt", sagt Ibrahim. Er hält den Standort an der Lützowstraße für sein Geschäft ebenso für ideal wie sein Nachbar Jürgen Lange mit seiner Postfiliale und dem Zeitschriftenladen. "Durch die Post kommen Leute sowieso hierher", sagt Lange. Als besonders vorteilhaft sehe er die ausreichenden Parkmöglichkeiten.

Im Hauptausschuss wies Axel Achilles vom Planungsamt der Stadt daraufhin, dass die Stadt daran festhalte, dass es am Uenglinger Berg ausschließlich Fachmärkte gebe und sich nicht noch ein Lebensmittelgeschäft ansiedeln könne.

Den Stadträten liegt für die heutige Sitzung des Stadtrates eine Vorlage vor, in der es um einen veränderten Zuschnitt der geplanten Verkaufsflächen am Uenglinger Berg geht. An der festgelegten Verkaufsfläche solle sich dadurch nichts ändern, versichert die Verwaltung. Möglicherweise könnten auch noch weitere Firmen, die bereits in Stendal vorhanden sind, dorthin umziehen. So war auch ein Tiernahrungs-Geschäft im Gespräch, das will zum Felde allerdings nicht bestätigen.

Ein Fachmarkt und ein Gastro-Betrieb sind geplant

Im Umfeld der Scharnhorststraße wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche Geschäftsleute auf einen Umzug angesprochen, wie ein Geschäftsinhaber der Volksstimme berichtete. Der Mann möchte ungenannt bleiben.

Investor Peter zum Felde lässt zumindest durchblicken, dass neben einem dritten Fachmarkt auch noch ein gastronomischer Betrieb auf dem Gelände an der Clausewitzstraße angesiedelt werden soll.

 

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