In der Katharinenkirche in Stendal interpretierte der Sänger und Pianist Alex Parker gestern eine Auswahl aus über 900 Liedern von Udo Jürgens für die begeisterten Zuhörer

Stendal l Bereits elf Wochen nach dem Tod des österreichischen Pop- und Schlagersängers Udo Jürgens war Mittwochabend Alex Parker zu Gast in der Katharinenkirche in Stendal. Er interpretiert seit über 20 Jahren Lieder aus dem riesigen Repertoire des Weltstars. Deswegen hat Parker nach dem Tod des Schlagersängers auch nie überlegt mit dem aufzuhören, was ihm so am Herzen liegt. Er will mit seiner Musik auf keinen Zug aufspringen, er singt und interpretiert die Musik von Udo Jürgens weil er sie schätzt und seit kurzem natürlich auch, weil er dessen Andenken wahren will. Den ersten Kontakt mit seiner Musik machte der Sänger und Pianist durch den Titelsong der Zeichentrickserie "Tom Jerry". Es war in seiner Kindheit für Kinder seines Alters nicht Gang und Gäbe, diese Art von Musik zu hören, oder gar zu singen. Trotzdem ist er seit seiner Jugend diesem Stil treu geblieben. Parker genoss schon früh eine Klavierausbildung und wurde schließlich mit 19 Jahren Barpianist. In dem Hotel, in dem dieser spielte, sollte dann später auch Udo Jürgens nach einem Konzert einkehren. Die beiden kamen ins Gespräch. "Du bewegst deinen Mund wie ich", soll Jürgens damals zu Parker gesagt haben. Seine Musik ist aber keine einfache Kopie. Sie ist eher eine Hommage an den Künstler und daher ist sein Programm auch gemischt mit eigenen Liedern.

Getreu dem Motto "Vielen Dank für die Blumen" betritt Parker um 19 Uhr den fast gänzlich gefüllten Konzertsaal der Katharinenkirche. "Guten Abend", ruft er dem Publikum zu und verteilt Rosen an die Damen, ein echter Rosenkavalier halt. Er trägt einen schwarzen Anzug zu einer roten Krawatte - stilvoll. Die Aufregung, die er auch nach fast zwanzig Jahren noch immer vor jedem Konzert hat, merkt man ihm nicht an. Ohne Umschweife kommt er sodann zum ersten Lied: "Frauen". Die Akustik ist angenehm in dem Konzertsaal und das Publikum klatscht mit. Auf dem schwarzen Flügel, auf dem er spielt, steht eine Tasse Lindenblütentee. Er mag es authentisch. Dabei will er keine perfekte Kopie sein, sondern individuell bleiben. Spätestens als er dann den Klassiker "Ich war noch niemals in New York" spielt, ist das Eis vollständig gebrochen und man hört zunächst zögerlich, dann lauter, das Publikum mitsingen. Immer wieder erzählt Alex Parker persönliche Anekdoten, verknüpft ein jedes Lied mit einer Erinnerung, einer kleinen Geschichte. Das Publikum nimmt der charismatische Sänger für sich ein.

Wer Alex Parker selbst einmal erleben möchte, kann sich auf seiner Homepage www.alexparker.de über den Künstler und seine Konzerttermine informieren.