Stendal l Es war kurz, eindeutig und keine Überraschung: Klaus Schmotz bekam am Donnerstagabend im "Schwarzen Adler" die hundertprozentige Unterstützung der CDU-Mitglieder für seine dritte Kandidatur als Oberbürgermeister der Hansestadt. 30 Christdemokraten waren anwesend, 30 stimmten für ihn - nach 30 Minuten war alles erledigt.

Der 62-jährige Amtsinhaber wiederholte in seiner achtminütigen Vorstellung wesentliche Passagen seiner Rede vom "Politischen Aschermittwoch", als er die monatelangen Spekulationen um eine weitere Kandidatur beendet hatte. "Wir haben viel geleistet und vieles erreicht", fasste er seine fast 14 Jahre an der Spitze der Stadt zusammen.

Seine Bilanz skizzierte er in Schlagworten: alle Kitas und Grundschulen saniert, Infrastruktur zum größten Teil erneuert, ein Abbau der Verschuldung von 30 auf 14 Millionen Euro und das Voranbringen von Stadtsanierung und Stadtumbau: "Von vielen Gästen wird uns eine gute Entwicklung bescheinigt. Wir sehen dagegen täglich eher das, was noch nicht fertig ist."

Die Stadt habe sich gut entwickelt. "Da macht es Spaß, Oberbürgermeister zu sein", bat Schmotz seine Parteifreunde um Unterstützung. Den Stadtumbau weiter voranbringen, Infrastruktur verbessern und die städtischen Finanzen zu sichern, nannte er als die größten Herausforderungen der nächsten Jahre. Fragen an ihn gab es keine. "An Klaus Schmotz mag ich, dass er zuverlässig ist. Er ist ein ruhiger Vertreter seiner Art - besonnen, sachlich, ehrlich", rief CDU-Stadtverbandschef Hardy Peter Güssau nach der Nominierung aus.

Ein Thema spielte erst am Ende der Versammlung eine Rolle. André Wannewitz beklagte, dass die CDU-Spitze gegenüber den Mitgliedern nicht zum Wahlskandal Stellung nehme. Güssau kündigte hierzu eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 21. April an. "Wir wollen uns diesem Thema stellen und Licht in das Dunkel bringen", versprach er. CDU-Kreischef Wolfgang Kühnel, gegen den ermittelt wird, sagte: "Sie dürfen sicher sein, dass wir alles dazu beitragen werden, dass alles wieder in Ordnung kommt. Ich hoffe, dass sich dann einige bei uns entschuldigen werden."