Bei der Landesolympiade Physik vor wenigen Tagen in Magdeburg lief Hanna Lichtenberg den gleichaltrigen Mitstreitern davon. Sie errang den 1. Preis, obwohl sie selbst gar nicht damit gerechnet hatte.

Tangermünde l Hanna Lichtenberg hat ein Lieblings-Unterrichtsfach. Es ist nicht Mathematik und auch nicht Physik. Die Kunst hat es ihr angetan. Am liebsten zeichnet sie - malt Bilder ab oder bringt Abstraktes zu Papier.

Und trotzdem ist die 14-Jährige für das Tangermünder Diesterweg-Gymnasium ein Aushängeschild wenn es darum geht, die Schule in den Fächern Mathematik oder Physik zu vertreten. "Sie sind schon interessanter als manch andere", erzählt sie. Doch wer nun glaubt, die Achtklässlerin würde ihre Freizeit damit verbringen, selbst physikalische Gesetze zu erkunden oder mathematische Aufgaben im Akkord zu lösen, der irrt.

"Mit Physik kann man herausfinden, wie etwas entsteht."

"Nein, ich suche nicht im Internet nach Themen und hole mir dort auch nicht die Antworten auf Fragen, die ich eventuell haben könnte", sagt Hanna. Im Physikunterricht selbst beginnt ihr Interesse für die Themen. "An Physik finde ich besonders interessant, dass man herausfinden kann, wie etwas entsteht. Derzeit beschäftigen wir uns zum Beispiel mit Elektrizität und unter anderem auch damit, wie Blitze entstehen. Das finde ich toll."

Für die Schülerin, die in Lüderitz zu Hause ist, war es die erste Teilnahme an der Landesolympiade Physik. Konnte sie sich darauf vorbereiten? "Na ja, nicht so wirklich. Ich habe mir die Aufgaben der Olympiade vom vergangenen Jahr angeschaut, mehr aber auch nicht." In der Magdeburger Universität musste sie sich deshalb ganz und gar auf all ihr erlerntes Schulwissen verlassen. "Am Anfang wurde uns ein Experiment gezeigt, das wir erklären sollten. Danach ging es um Formeln, die zur Berechnung genutzt werden sollten. Einige Dinge waren auch ganz schön kompliziert", gesteht die Gymnasiastin. Doch keine der Aufgaben habe sie links liegen lassen, zumindest immer einen Ansatz aufgeschrieben, "so dass ich nirgendwo null Punkte hatte", erinnert sie sich. "Wahrscheinlich habe ich auch einen guten Tag gehabt", lautet ihre Vermutung.

Denn nach dem dreistündigen Wettstreit in einem großen Hörsaal, was Hanna Lichtenberg besonders beeindruckend fand, gab es auch gleich die Auswertung. Die 14-Jährige wusste also noch am selben Tag, dass sie die Landesbeste dieses Wettbewerbs geworden war.

"Im Hörsaal zu schreiben, das war schon cool."

Wenn im nächsten Jahr erneut die Physikolympiade auf dem Plan steht, "möchte ich wieder dabei sein", sagt sie. "Im Hörsaal zu schreiben, das war schon cool."

Und nicht nur in Physik, sondern auch Mathematik hat die zierliche Lüderitzerin die Nase vor. Zum dritten Mal in Folge errang sie in diesem Jahr ebenfalls auf Landesebene einen vorderen, nämlich den dritten Preis und setzte damit ihre Erfolge der vergangenen Jahre fort. Da sie Spaß an Mathematik hat, besucht Hanna Lichtenberg im Gymnasium die Arbeitsgemeinschaft Mathematik, geleitet von den Lehrern Thom Hein und Wolfgang Ludwicki. "Würde es so etwas auch für Physik geben, dann würde ich da auch mitmachen", gesteht sie. Denn neben dem, was Physiklehrer Tobias Hertel im Unterricht vermittelt, wäre sie bereit, noch mehr zu erfahren.

Obwohl sie erst in der achten Klasse ist, weiß Hanna Lichtenberg bereits, wohin es nach dem Abitur gehen soll. "Ich würde gern Mathematik studieren, vielleicht in Verbindung mit Informatik", fasst sie ihre Pläne in Worte.