Am 21. Juni werden die Stendaler befragt, ob weiterhin auf dem Sperlingsberg geparkt oder ob das Parken verboten werden soll. Für den Fall, dass es ein klares Votum pro Parken geben wird, gibt es schon konkrete Pläne der Stadt - und zu denen gehört ein möglicher Umzug der Sperlings-Ida.

Stendal l Die Abstimmung im Stadtrat war denkbar knapp. Mit einem 19:19-Patt hatten diejenigen, die für ein Parkverbot auf dem Sperlingsberg kämpften, das Nachsehen. Weil ein Patt aber auch bedeutet, dass es keine klare Mehrheit für oder gegen das Parken gibt, soll am 21. Juni - an diesem Tag werden auch der Stadtrat und der Oberbürgermeister gewählt - das Wahlvolk befragt werden: Ausgang offen.

Vermutlich darum sind Pläne der Stadtverwaltung noch nicht öffentlich gemacht worden, nach denen das Parken auf dem Sperlingsberg sogar noch ausgebaut werden soll. Heißt: Es soll mehr Ordnung ins Parken gebracht werden, indem mehr offizielle Stellflächen ausgewiesen werden als es bisher gibt.

Um eine ordentliche Parkstruktur mit Ein- und Ausfahrten schaffen zu können, ist sogar ein bisher fast undenkbares Vorhaben im Plan der Verwaltung enthalten: Das Umsetzen des Brunnens mit der Sperlings-Ida auf den Marktplatz.

"Erst war es nur eine Idee, mittlerweile haben wir erste Pläne vorliegen", sagte Georg-Wilhelm Westrum, Amtsleiter für Stadtumbau und Sanierung, auf Nachfrage der Volksstimme. Es sind Pläne, "mit denen wir, mal abgesehen von der Schaffung zusätzlicher Parkplätze in der Innenstadt, gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen können". Zum einen ist da die Aufwertung des Marktplatzes, der nach der Marienkirchstraße im vergangenen Jahr und dem Kornmarkt in diesem Jahr für die Sanierung 2016 vorgesehen ist. "Nachdem vor ein paar Jahren für eine Filmkulisse ein Brunnen auf dem Marktplatz stand, hörte man diesen Wunsch regelmäßig von Bürgern", berichtet Westrum.

Mit einbezogen in die Pläne ist auch Architekt Andreas Möhlmann, der amtsintern schon mehrfach die Idee eines Brunnens vor der Gerichtslaube ins Spiel gebracht hat. "Es ist aber auch denkbar, den Brunnen direkt auf dem Marktplatz zu platzieren", sagt Möhlmann. Es habe schon Kritik am Brunnen gegeben. "Es wurde befürchtet, dass der Oberbürgermeister aufgrund des Wasserplätscherns dauernd aufs Klo rennen müsste. Auch Besucher des Kaffeekults könnten durch den Geräuschpegel gestört werden."

Stühle und Tische rund um den Brunnen könnten aber auch ein sehr einladendes Ambiente abgeben, findet Georg-Wilhelm Westrum. Wenn der Marktplatz saniert wird, soll auch ein Wasseranschluss gelegt werden. Bei der Frage nach den Kosten ist der Amtsleiter noch zurückhaltend. Es gebe bislang nur Schätzungen, die sich auf 70000 bis 100000 Euro belaufen. "Möglicherweise kann einiges über Spenden finanziert werden", sagte Westrum.

Beim Brunnenumzug gibt es auch noch eine emotionale Komponente: Roland und Ida treten immer gemeinsam als Repräsentanten der Hansestadt auf. "Darum meinen wir, dass sie räumlich ruhig etwas zusammenrücken sollten", sagte Westrum.