Am 19. April werden vier Namen von Bürgermeisterkandidaten für Tangermünde auf den Stimmzetteln stehen. Kurz vor Toresschluss entschied sich Marcus Ippisch, seinen Hut in den Ring zu werfen.

Tangermünde l Aus vier wurden drei, nun sind es wieder vier. Nachdem der parteilose Alexander Wallow seine Kandidatur zurückgezogen hatte, waren tagelang nur noch Jürgen Pyrdok, Thomas Staudt und Regine Schönberg für die Nachfolge von Rudolf Opitz im Gespräch. Kurz vor Ende der Bewerbungsfrist am Montagabend reichte nun noch Marcus Ippisch seine Unterlagen ein, auch er will den Bürgermeisterstuhl in Tangermünde besetzen.

Volksstimme-Forum mit den Kandidaten

Der 53-jährige gebürtige Hamburger ist in Geestgottberg bei Seehausen zu Hause. Seit Jahresbeginn hat er allerdings einen Nebenwohnsitz in Tangermünde. Dies habe nichts mit seiner Kandidatur zu tun, betont Ippisch. Vielmehr suche er in der Kaiserstadt Erholung und Entspannung. "Ich habe die kleinste Wohnung der Welt in der schönsten Stadt der Welt", schwärmt der Journalist und Kaufmann von Tangermünde und den "kurzen Wegen" in der Stadt. Hier habe er auch den aktuellen Wahlkampf und die Vorstellung der Kandidaten verfolgt. Nachdem Wallow das Handtuch warf, habe sich Ippisch spontan entschlossen, selber in den Ring zu steigen. "Vier Kandidaten sind besser als drei", begründet er. Ermutigt wurde er, als er vier Tage lang unter den Tangermündern Unterschriften für seine Unterstützung sammelte. "Ich hatte viel Zuspruch", sagt er. Es hätte sich gezeigt, dass teilweise die Wähler Alternativen zu den drei bisherigen Kandidaten wollten.

Dass er als Neutangermünder gegen drei Alteingesessene antritt, sieht Marcus Ippisch nicht unbedingt als Nachteil für sich. "Ich bin unabhängiger, aber auch unbedarfter", schmunzelt er und fügt schnell hinzu: "Ich will die Stadt kennen lernen, und ich lerne sehr schnell." Sein Motto lautet: "Tangermünde für Jung und Alt". Auf seinen Spaziergängen durch die Stadt hätte er den Eindruck gewonnen, dass mehr für die Jugend getan werden müsse. Auf der anderen Seite solle es aber auch eine Stadt sein, in der man in Würde alt werden kann.

Ippisch, der nicht verheiratet ist und keine Kinder hat, kam Anfang der 90er Jahre in die neuen Länder, um die Zeitungslandschaft mit aufzubauen. Er arbeitete nach eigenen Angaben unter anderem für die "Dresdner Morgenpost" und den "Berliner Kurier". Zwischen 1999 und 2001 war er Geschäftsführer der "Hamburger Morgenpost". Aktuell arbeitet der diplomierte Kaufmann in Wittenberge für den Personaldienstleister Adecco. Direkte Erfahrungen in der Kommunalpolitik konnte er noch nicht sammeln. Ganz fremd sei ihm das Feld aber nicht. "Als Redakteur für Kommunalpolitik habe ich bereits dicke Aktenberge gewälzt." Kommunalpolitik sei für ihn Sachpolitik und keine Parteipolitik. Jedes Argument zähle, egal aus welcher politischen Richtung es komme, wenn man für die Stadt und die Bürger das Beste herausholen könne.

Der Wahlausschuss entschied am Dienstag, dass alle vier Kandidaten zugelassen werden. Während Thomas Staudt als CDU-Mitglied von seiner Partei ins Rennen geschickt wurde, mussten Jürgen Pyrdok, Regine Schönberg und Marcus Ippisch die Unterschriften von Unterstützern vorlegen. Alle drei hätten die Höchstzahl von 100 erreicht, so Brigitte Schulze von der Verwaltung.

Über die Nachfolge von Rudolf Opitz entscheiden die Tangermünder sowie die Bürger aus Miltern, Langensalzwedel, Hämerten, Storkau, Billberge, Grobleben, Buch, Bölsdorf und Köckte am Sonntag, 19. April. Im Rahmen des Volksstimme-Wahlforums am 9. April ab 19 Uhr im Grete-Minde-Saal, haben die Wähler die Gelegenheit, den Kandidaten noch einmal auf den Zahn zu fühlen.