Sowohl bei Baugrundstücken als auch bei Immobilien werden altmarkweit die höchsten Preise in Stendal erzielt. Laut Bodenrichtwerten sinken die Preise bei Immobilien teils stark ab. Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten 2014 im Schnitt in der Region 61764 Euro.

Stendal l Baugrundstücke sind in Stendal zu einem Politikum geworden. Es wurde der Verwaltung vorgeworfen, dass sie nicht ausreichend Bauland zur Verfügung stellt und dadurch teils die Quadratmeterpreise in die Höhe schießen. Junge Familien hätten dadurch nicht ausreichend Möglichkeit selbst zu bauen, lautet ein Vorwurf.

Der Bericht über den altmärkischen Grundstücksmarkt 2014, der gestern vorgestellt wurde, spiegelt diese Annahme nur teilweise wider. "Das Kaufinteresse an Baugrundstücken insgesamt in der Altmark ist gleichbleibend", sagte Klaus Schikora vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation bei der Vorstellung des Berichtes, der nicht nur unbebaute Baugrundstücke, sondern den gesamten Immobilienmarkt einschließt.

Dass Baugrundstücke in Stendal preislich anziehen, ist ausschließlich für sogenannte Mischgebiete, also dort, wo es Gewerbe- und Wohnhäuser gibt, der Fall. Es wurden 2014 durchschnittliche Quadratmeterpreise von 50 Euro erzielt, was eine leichte Steigerung bedeutet. Gesunken sind dagegen die Preise in reinen Wohngebieten, dort wurden durchschnittlich 37 Euro bezahlt und damit fünf Euro weniger als im Vorjahr. In Bismark oder im Elbe-Havel-Land waren vergleichbare Grundstücke 2014 für durchschnittlich elf Euro verkauft worden.

Auf die gesamte Altmark bezogen sind die Preise für Baugrundstücke nirgends so hoch wie in Stendal. Altmarkweit lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein voll erschlossenes, 1000 Quadratmeter großes Wohnbaugrundstück bei 28 Euro.

Außer in Stendal und Salzwedel gab es auch in Gardelegen und Tangermünde eine größere Nachfrage nach Bauplätzen, erläuterte Klaus Schikora.

Dominant in der Region ist der Markt für privat genutzte Wohnimmobilien im Preissegment bis 50000 Euro. Allerdings wurden altmarkweit im vergangenen Jahr niedrigere Preise erzielt, als dies im Vorjahr der Fall war. In Stendal kosteten Ein- und Zweifamilienhäuser im Schnitt 66168 Euro und damit acht Prozent weniger als 2013. 237 Häuser wurden verkauft. Bei den Reihenhäusern und Doppelhaushälften (2014: 130 Verkäufe) wurden durchschnittlich 54896 Euro (minus elf Prozent) bezahlt. Bei Mehrfamilienhäusern lag der Durchschnittspreis bei 107237 Euro (minus 34 Prozent), es wurden 42 entsprechende Häuser verkauft.

Aufgrund der starken Preisschwankungen im Land spreche man vom "wilden Osten", sagte Schikora bei der Präsentation vor Bank- und Immobilienfachleuten.

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