Osterburg/Stendal l Es bleibt dabei: Bioabfälle machen den mit Abstand größten Anteil an den sogenannten Siedlungsabfällen im Kreis Stendal aus. Im Vorjahr waren es 47 Prozent. Dahinter verbergen sich 17942 Tonnen Bioabfälle, die abgefahren wurden, 1925 Tonnen Selbstanlieferung, vornehmlich Baum- und Strauchschnitt, sowie 19 Tonnen Weihnachtsbäume - summa summarum 19886 Tonnen.

"Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren", erklärte Madlen Gose, die den Abfallbericht für die Jahre 2013 und 2014 dem Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Landschaftsschutz auf seiner Sitzung am Dienstagabend in Osterburg vorstellte. Wie die Geschäftsführerin der Abfall-entsorgungsgesellschaft des Landkreises Stendal (ALS) informierte, lag die Gesamtmenge der Bioabfälle 2012 bei 17529 Tonnen und 2013 bei 17942 Tonnen.

Ausschussmitglied Chris Schulenburg (CDU) erkundigte sich, ob eine Vermarktung der Bioabfälle möglich sei. Gose antwortete, das werde für den Baum- und Strauchschnitt erwogen. Nach Volksstimme-Informationen könnte er unter anderen für die Produktion von Rindenmulch Einsatz finden.

Erlös aus Altpapier stabilisiert Gebühren

Apropos Vermarktung. Altpapier wie auch eine Reihe von Elektrogeräten veräußert die ALS und - so Gose - "stabilisiert mit dem Erlös die Abfallgebühren" für die Bewohner des Kreises. Bei Altpapier ist das Aufkommen relativ konstant, liegt bei durchschnittlich 56 Kilogramm je Einwohner. Im Vorjahr kamen so 6544 Tonnen zusammen.

Bei Elektrogeräten hingegen gab es einen Rückgang von 1044 Tonnen im Jahr 2013 auf 869 Tonnen im vergangenen Jahr. Beim Pro-Kopf-Aufkommen bedeutet dies ein Absinken von neun auf sieben Kilogramm. In diesem Zusammenhang wies Gose darauf hin, dass zahlreiche Sammler unterwegs seien, darunter auch illegale.

Beim Restmüll hält der Trend der Vorjahre an: die Menge sinkt. 8208 Tonnen wurden 2014 abgefahren und angeliefert. Das sind 340 Tonnen weniger als 2013 und 761 weniger als 2012. Im Durchschnitt warf jeder Einwohner des Kreises Stendal lediglich 67 Kilogramm Restmüll in die graue Tonne; hinzu kommen vier Kilogramm per Selbstanlieferung.

Um den Restmüll entzündete sich am Dienstagabend ein Disput. Dietrich Schultz, der als sachkundiger Einwohner dem Ausschuss angehört, forderte Nachverhandlungen mit dem Müllheizkraftwerk Rothensee, wo der Müll aus dem Kreis verbrannt wird. Um den Vertrag, der bis Ende 2017 läuft und eine jährliche Anlieferung von 23000 Tonnen beinhaltet, zu erfüllen, müsste der Kreis Müll von außerhalb ankaufen, so Schultz. Zudem zahle Stendal höhere Preise als andere Kunden.

Geheimniskrämerei um Heizkraftwerk

Gose verwies darauf, dass neben Restmüll auch Sperrabfall nach Rothensee geliefert werde, sich damit die Zusatzkosten im Rahmen halten. Konkrete Zahlen kamen mit Verweis darauf, es gehe um Vertragsinhalte, nicht auf den Tisch. Eduard Stapel (Grüne) sagte zwar mit Blick auf die Gebühren für die Bürger: "Wir entsorgen im Kreis viel Müll für wenig Geld", kritisierte aber die "Geheimniskrämerei" um den Vertrag mit dem Müllheizkraftwerk.

Denis Gruber (SPD), 1. Beigeordneter des Landkreises, sagte zu, zu prüfen, ob die Zahlen öffentlich gemacht werden können.