Stendal (mr) l 19 eingereichte Kandidaten, aber nur 18 nominierte - die verfälschte Liste der FDP für die Stendaler Stadtratswahl schlug am Wochenende Wellen. Kreischef und Spitzenkandidat Marcus Faber sprach von einem "dummen Verfahrensfehler", der nach Bekanntwerden am vorigen Donnerstag "umgehend behoben" worden sei.

Ein der Redaktion vorliegendes Dokument belegt indes, dass Faber bereits fast drei Wochen zuvor auf die veränderte Liste hingewiesen wurde - von einem Mitglied über eine Facebook-Nachricht zwei Tage nach dem Nominierungsparteitag. Fabers innerparteilicher Kritiker Arno Bausemer fragt öffentlich: "Bin ich eigentlich Mitglied in einer demokratischen Partei oder in einer kriminellen Vereinigung?" Wenn "diese Wahlfälscher jetzt nicht schleunigst aus der FDP austreten, wird es Ausschlussverfahren hageln" .

Der Streit um die Liste trifft die Stendaler FDP zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Liberalen hatten nach dem Fünf-Prozent-Erfolg bei der Wiederholung der Briefwahl Rückenwind verspürt. "Nach dem Totalausfall der CDU sind wir bester Dinge", ging Faber Anfang April in die Offensive.

Am Montagabend berät der FDP-Kreisvorstand die Situation. Am morgigen Dienstag muss der Wahlausschuss der Stadt über die FDP-Liste befinden. Wird sie ganz gestrichen, nur Platz 18 oder die Plätze 18 und 19?