Das trostlose Bild am Hafen zwischen Putinnentreppe und Tangerplatz könnte bald der Vergangenheit angehören. Volker Schubert aus Tangerhütte hat Pläne. Er möchte in diesen Standort investieren, die beiden alten Speicher nutzen und noch Neues dazubauen. Seine Idee: Wohnungen, Hotel, Veranstaltungsort.

Tangermünde l "Es sind Ideen und Vision, die man braucht, um eine Stadt voranzubringen", sagt Thomas Staudt. Der Geschäftsführer eines Tangermünder Handwerksbetriebes und Architekt Jörg Jensen waren deshalb "die treibende Kraft" für die Pläne, die Unternehmer Volker Schubert aus Tangerhütte am Dienstagmorgen öffentlich macht. Nicht er selbst sei auf die Idee gekommen, sondern auf die zum Verkauf stehenden Speicher im Hafen durch die beiden aufmerksam gemacht worden. "Und ich finde den Standort sehr charmant."

"Gedanklich sind wir schon relativ weit."

Volker Schubert

"In letzter Sekunde", erzählt der Handwerker weiter, habe er zunächst den kleinen Speicher gekauft. Drei Wochen sei das her. Seitdem ist der Tangerhütter nicht nur im Besitz eines Einzeldenkmals, sondern auch Eigentümer von 5500 Quadratmetern Grundstück und allen Gebäuden, die darauf stehen. Noch einmal 2000 Quadratmeter groß ist das Grundstück, auf dem der große Speicher steht - ebenfalls ein Einzeldenkmal. Mit dessen Eigentümer würden die Verhandlungen noch laufen.

Auch wenn Volker Schubert noch nicht alles in seinem Besitz weiß, "sind wir gedanklich schon relativ weit". Das bedeutet konkret: Aus der Industriebrache soll eine Wohn-Erlebnis-Hotel-Welt werden. In dem großen Speicher wäre Platz für 180 Hotel-Doppelzimmer. Im kleinen Speicher könnte ein Veranstaltungsort entstehen, der wieder Platz für große Feste und Feiern vielleicht auch Varieté bietet - "als Ersatz für den Elbpark sozusagen", fügt Schubert hinzu. Und Wohnungen - etwa 30 verschiedener Größe - kann sich Volker Schubert an der Ecke Hafen/Stendaler Straße vorstellen. Die Anzahl der Wohnungen ist davon abhängig, wie hoch an diesem Ort gebaut werden darf.

Und die Höhe spielt an diesem Standort von Tangermünde eine ganz wichtige Rolle. Denn sobald die Elbe Hochwasser führt, wird die Hafenpromenade überflutet, kann das Wasser - wie die vergangenen großen Hochwasser zeigten - auch noch viel höher steigen.

Selbst darüber haben sich Volker Schubert und die beiden "treibenden Kräfte", Thomas Staudt und Jörg Jensen, bereits Gedanken gemacht. Eine höhere Tiefgarage, auf die das Wohnhaus gebaut werden soll, könne hochwassersicher errichtet werden.

"Der Bedarf ist ohne Frage da."

Das Hotel möchte der Tangerhütter nach heutigen Vorstellungen nicht selbst betreiben. Er habe Kontakte zu großen Hotelketten, die er nutzen wolle, um sie von seinem Projekt zu überzeugen.

Volker Schubert, der in den vergangenen Jahren mit der Bebauung des Elbpark-Areals nach eigenen Aussagen 50 neue Menschen in die Stadt geholt hat, ist zuversichtlich. "Jörg Jensen begleitet meine Ideen planerisch, Thomas Staudt malerisch", sagt er. Zweifel daran, dass die Wohnungen nicht gebraucht werden könnten, hat er keine. "Das Bedarf ist ohne Frage da. Und so etwas, wie wir hier planen, zieht den Markt einmal mehr nach oben. Das beflügelt die Stadt."

"Wir sind froh, dass er sich an diese Sache wagt", betont Thomas Staudt. Geht alles nach Plan, könnten Ende 2016, Anfang 2017 die Bauarbeiten beginnen. Aus der Industriebrache soll in Top-Lage ein sehens-, erlebens- und lebenswertes Areal werden.

Bilder