Am Sonnabend öffnete das Johanniter-Krankenhaus an der Wendstraße die Türen bestimmter medizinischer Bereiche. Anlässlich des Informationstages zum Thema Darmkrebs waren dies die Abteilungen der Gastroenterologie, der Hämatologie-Onkologie, der Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Palliativmedizin, der Radiologie und Radioonkologie beziehungsweise Strahlentherapie sowie das Zentrum für Ultraschallmedizin und die Praxis für Pathologie.

Stendal. Im Saal des Mutterhauses auf dem Gelände war das überdimensionale und begehbare Modell eines Darmes aufgebaut. Vom gesunden Darm bis zu verschiedenen Erkrankungen und ihren Stadien konnten sich die Besucher hier sehr bildhaft informieren, leicht verständliche Erklärungen lesen und auch mit Ärzten direkt ins Gespräch kommen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Prof. Dr. Jörg Fahlke, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Die Schirmherrschaft über den Tag hatte Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz übernommen, der eine persönliche Teilnahme aus familiären Gründen kurzfristig doch noch absagen musste.

Besondere Emotionen habe die Vorbereitung der Veranstaltung bei ihm ausgelöst, gestand er den zahlreichen Besuchern zu Beginn im Saal des Mutterhauses. Schließlich sei es die erste dieser Art, für die sich das Krankenhaus entschieden habe, und man hätte sich nicht sicher sein können, ob das Thema überhaupt von Interesse sei. Nun, der Besucherandrang bei bestem Wetter sprach für sich selbst.

Ängste abbauen, Vertrauen schaffen

Berührungsängste und Vorbehalte abbauen und Aufklärungsarbeit leisten, waren die Hauptanliegen des Informationstages. Nahezu alle Darmkrebsfälle könnten durch Früherkennung verhindert oder geheilt werden, führte Fahlke aus. Und doch sterben allein in Deutschland rund 27000 Menschen jährlich an den Folgen einer Darmkrebserkrankung. "Angst vor der Untersuchung, fehlendes Wissen über die Chancen der Vorsorge und auch die Angst vor der Diagnose, sind wohl die Hauptgründe dafür, dass so wenige Menschen zur Früherkennung gehen", formulierte es der Chefarzt. Doch rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen, liege in der Verantwortung jedes Einzelnen, mahnte Fahlke an.

In Vorträgen und Demonstrationen erfuhren die Besucher Grundsätzliches und Details beispielsweise zum Tumorwachstum und zur Ausbreitung von Darmkrebs oder über aktuelle Therapiestandards.

Großen Zuspruch fand die Öffnung eines Operationssaals. Von vorbereitenden Untersuchungen bis zur Operation am minimal invasiven Arbeitsplatz, der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie, wurde den Besuchern von Ärzten und Schwestern Schritt für Schritt alles erläutert. Sogar die Möglichkeit eine laparoskopisch simulierte Operation an einem Modell durchzuführen bestand hier.

Wer im Stendaler Johanniter Krankenhaus eine Endoskopie hinter sich gebracht hat, der dankt den Schwestern mitunter schon einmal für einen schönen Nachmittag. So ist es tatsächlich geschehen nach einer Untersuchung, an der Schwester Anke Bendig und Kollegin Schwester Regina Kamieth beteiligt waren. In kürzester Zeit müssen die Schwestern dieser Abteilung ihre Patienten im Gespräch einschätzen, sie betreuen, aufklären und beruhigen und ihnen die Angst vor der Untersuchung nehmen. Nach mehr als 20 beziehungsweise fast vierzig Jahren Arbeit in der Endoskopie hat der Darm für die beiden Krankenschwestern seine Faszination kaum verloren. "Es ist immer wieder anders, oft fragen wir uns, was wohl als nächstes auf dem Bildschirm zu sehen sein wird, denn das lässt sich einfach nie vorhersagen. Und hierbei den Patienten aktiv und im Gespräch mit einzubeziehen, ist ganz wichtig", erklärt Anke Bendig voller Überzeugung.

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