Die Revierstation Bismark registrierte im vergangenen Jahr zwischen Schernikau und Poritz sowie Biesenthal und Käthen insgesamt 288 Verkehrsunfälle, 49 mehr gegenüber 2009.

Bismark. "Für 2010 haben wir bei den Verkehrsunfällen leider einen Negativtrend zu verzeichnen", erklärte gestern Polizeioberkommissar Thomas Fenzl mit Blick auf die Statistik. "Wir hatten 49 Unfälle mehr gegenüber dem Vorjahr." Die Revierstation Bismark registrierte im vergangenen Jahr insgesamt 288 Verkehrsunfälle. Dabei kamen 2010 auch zwei Menschen ums Leben. Zudem gab es sechs Schwerverletzte und 26 Leichtverletzte. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden ist ansonsten nicht angestiegen.

Anstieg bei Unfällen mit Sachschaden

Ganz im Gegensatz zu den Unfällen mit Sachschaden. Hier ist gegenüber 2009 ein Anstieg von 213 auf 262 Verkehrsunfälle zu verzeichnen. "Da liegt auch die Ursache für den Negativtrend", so Thomas Fenzl. Ansonsten hätte es 2010 bei dem Verkehrsgeschehen zwischen Schernikau und Poritz sowie Biesenthal und Käthen keine größeren Auffälligkeiten gegeben.

Die absolute Nummer eins bei den Verkehrsunfällen bleiben auch 2010 die Wildunfälle. Etwa die Hälfte aller Unfälle verursacht das Wild. "Ob aufgehängte CDs, Geruchsbeutel oder Silberpapier – das hat alles nichts gebracht", so die Einschätzung von Thomas Fenzl. Hier könne man nur an die Kraftfahrer appellieren, in den Schwerpunktzeiten (17 bis 18 Uhr, 21 bis 23 Uhr und 6 bis 7 Uhr) besonders aufmerksam unterwegs zu sein.

Ein Problem sieht Thomas Fenzl auch bei der Zahl der Unfallfluchten. Sie lag in den vergangenen Jahren jeweils um die 30 und das sei schon "ein ziemlich hohes Niveau", so der Polizeioberkommissar. Dabei handele es sich zumeist um leichte Parkplatzschäden, um Bagatellen. "Das ist dann für die Betroffenen natürlich immer besonders ärgerlich", erklärt Fenzl.

Die zeitlichen Schwerpunkte für die Verkehrsunfälle im Bismarker Revier liegen jeweils morgens und abends wegen des Berufsverkehrs und am Montag (52 Unfälle) und Freitag (56) wegen der An- und Abreise der Montagearbeiter. "Wir sind eben eine Durchreiseregion", erklärt Thomas Fenzl. Und da bestehe nun einmal auf der Landesstraße L15 das größte Unfallrisiko. Jeder zweite Unfall im Bismarker Revier passierte 2010 auf einer Landesstraße. Und: Es gibt, betrachtet man das gesamte Jahr, keinen Wochentag und keine Stunde, wo kein Unfall registriert wurde.

Das Alter der Unfallverursacher hat sich weiter in Richtung der älteren Jahrgänge verschoben. Die meisten Unfälle verursachten 2010 die 50- bis 55-Jährigen. Doppelt so viel wie 2009. Es folgen die Altersgruppen der 21- bis 25-Jährigen (16 Unfälle) und der 18- bis 21-Jährigen (15).

Die Bismarker Revierstation hat auch 2010 Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen. Insgesamt wurde 70-mal zu Kontrollmessungen ausgerückt. Dabei wurden über 100 Mess-Stunden registriert. Es wurden 245 Verwarngelder (ohne Punkte) erhoben und 28 Bußgelder (verbunden mit Punkten in Flensburg oder sogar Fahrverbot) verhängt. "Die Prävention wird auch weiterhin einen großen Raum einnehmen", erklärt Polizeioberkommissar Thomas Fenzl. Und dabei denkt er nicht nur an Geschwindigkeitskontrollen.

Bilder