Das Januarhochwasser ist vorbei, der Kampf gegen die Fluten gekämpft. Doch die Zeugen des Wassereinbruchs in die Tangerniederung blieben auch danach noch liegen. So wie im Wildpark Weißewarte. Beim Beräumen tausender Sandsäcke halfen jetzt, zwei Monate später, die gleichen Leute, die sie damals auch gefüllt hatten: Gemeindearbeiter und Mitarbeiter des Bauhofes.

Weißewarte. Die Besucher des Parkes hätten sich nicht an dem Anblick gestört, sagt Annette Friedebold. Aufgefallen sind die Säcke im hinteren Bereich der weitläufigen Anlage aber doch: So manche verwunderte Nachfrage, wo denn hier, so weit weg von der Elbe, das Wasser hergekommen sei, musste sie in den vergangenen Wochen beantworten.

Und sicher hat sich auch manch einer gefragt: "Wer räumt das Ganze eigentlich wieder weg?" In schnell organisierten Arbeitseinsätzen von kurzfristig zusammengerufenen Helfern waren im Januar die Sandsäcke im Wildpark befüllt und aufgestapelt worden, um den Wildpark vor einer Überflutung, wie 2002 geschehen, zu schützen. Als das Wasser in die Tangerniederung strömte, wurde das Aufstocken der Wälle im hinteren Teil des Parkes in einer Nacht- und Nebelaktion notwendig.

Bei der Erinnerung an diese Tage und Nächte kommt auch die Angst vor dem Wasser wieder hoch: "Ich bin so froh, dass wir so viel Wasser abgepumpt haben, das hat doch ganz schön geholfen", sagt Annette Friedebold. An eiskalte Hände und Füße erinert sie sich und an zahlreiche Feuerwehrleute, die damals mithalfen und dafür sorgten, dass der Wildpark nicht volllief.

Tausende Säcke sind im hinteren Teil des Weißewarter Wildparkes verbaut, die in den zurückliegenden Wochen auch noch tüchtig festgefroren waren. "Viel eher hätten wir das gar nicht wegräumen können – das Ordnungsamt in Tangerhütte hat jetzt organisiert, dass nochmal alle Helfer herbeordert werden konnten", berichtet Annette Friedebold. Drei Bauhof-Mitarbeiter und die Gemeindearbeiter aus umliegenden Ortschaften bis hin nach Bittkau fassten am Dienstag im Wildpark wieder kräftig mit an.

Der Sand soll zum größten Teil gleich im Wildpark weiter verwendet werden. Die ausgeleerten Säcke werden dann in Tangerhütte eingelagert. Die Aufräumarbeiten sind zwar nicht ganz so aufregend wie die Zeit, als jeder Mann und jede Frau beim Sandsäckefüllen zählte, dafür, dass sie aber auch hinterher wieder für den Wildpark da waren, gebührt allen Helfern ein großes Dankeschön. Übrigens werden auch am 9. April ab 9 Uhr wieder Helfer im Wildpark gebraucht, dann startet der Förderverein seinen Arbeitseinsatz zur Vorbereitung auf die neue Saison und das Osterfest.

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