Stendal (kpo). Am Dienstag-nachmittag ging es den acht Quessant-Schafen, sechs Muttertieren und zwei Böcken, im Stendaler Tiergarten im wahrsten Sinne des Wortes an den Kragen, sprich: die Wolle. Da half kein Zappeln und kein Blöken, Schafscherer Christian Blath aus Röthenberg bei Osterburg hatte alle Kandidaten schnell im Griff, so dass sich diese bald ihrem Schicksal ergaben.

Beobachtet von vielen Schaulustigen, zog der Fachmann die Tiere in die richtige Position, um dann schnell mit der Schermaschine durch das zum Teil dicke oder verfilzte Fell zu fahren, so dass nach etwa fünf Minuten das 500 bis 1000 Gramm schwere Wollkleid zu Boden fiel und die Tiere sichtlich erleichtert in ihr Gehege stürmten.

Zwischendurch erfuhren die Besucher von Tiergartenleiterin Anne-Katrin Schulze etwas über die Haltung dieser Mini-Schafe: dass sie eine Flüssigkeit gegen Ungeziefer erhalten; dass die Wolle leider kaum noch für Garn benutzt, sondern ab und zu in Beutel verpackt und zum Riech- und Spielobjekt für die Tiger wird. Und dass die Schafe einmal im Jahr geschoren werden. Das veranlasste eines der Kinder, zur allgemeinen Heiterkeit zu rufen: "Die Schafe müssen nur einmal zum Friseur. Meine Mutti geht öfter im Jahr!"