Stendal (ge). Fast auf den Tag genau vor einem Jahr, am 14. Mai 2009, schlug in Büttnershof die Geburtsstunde für die Bürgerinitiative gegen das Steinkohlekraftwerk Arneburg. Aus der Handvoll engagierter Männer und Frauen, die dafür den Weg bereiteten, sind inzwischen rund 400 Vereinsmitglieder geworden.

Ihr Wirken ist dem Vorstand der BI ein großes Dankeschön wert. Vorstandsmitglied und Sprecher der BI Jürgen Przybyla verbindet das mit einer kurzen Rückschau auf das Erreichte.

Die Bevölkerung rechts und links der Elbe sei aufmerksam geworden auf den Widersinn eines solchen Kraftwerksbaus und wehre sich zunehmend stärker gegen die damit verbundenen Gefahren für die Gesundheit der Menschen, für Natur, Umwelt und Tourismus, so der BI-Sprecher. Davon zeugen auch die bisher zusammengetragenen rund 14 000 Unterschriften. Der Mahnruf von 200 altmärkischen Ärzten habe länderübergreifend für Aufsehen gesorgt und Berufskollegen in anderen Bundesländern angeregt, sich dem Protest anzuschließen. Ein neuer Flächennutzungsplan für Arneburg konnte gestoppt werden und die laufende Klage von vier ost- elbischen Gemeinden gegen den 4. Bebauungsplan des Industriegebietes habe gute Aussichten auf Erfolg.

Przybyla weist aber auch darauf hin, dass die Energiekonzerne die vorbereitenden Planungen für das Kraft- werksprojekt fortführen und weiterhin Unterstützung in der Landesregierung finden würden. Deren Finanzminister habe auf der Altmarkkonferenz nur die Alternative zwischen Kohle und Kernenergie erkannt und Vorschläge negiert, welche die Altmark zu einem bedeutenden deutschen Standort für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen entwickeln wollen.

Die Bürger in der Altmark sollten entscheiden, ob sie ein Steinkohlekraftwerk in Arneburg und ein CO2-Endlager in der Westaltmark wollen. Aufgerufen seien nun auch die Abgeordneten der Stadt- und Gemeinderäte des Landkreises, sich dem Beispiel des Kreistages folgend, zu einer ablehnenden Stellungnahme zu entschließen.

Am 29. Mai wird die BI ihren ersten Geburtstag im Gemeindehaus Schwarzholz feiern.