Alle 14 Tage bringt Dorit Gehne ihren Schäferhund Daro mit ins Bismarker Altenpflegeheim. Der Rüde sorgt unter den Bewohnern nicht nur für Abwechslung, sondern dient auch Therapiezwecken.

Bismark. Seit mittlerweile 13 Jahren arbeitet die 46-jährige Dorit Gehne als Pflegekraft im Bismarker Altenpflegeheim. Seit zwei Jahren geht sie alle 14 Tage nicht wie gewohnt ihrer Arbeit nach, sondern bietet den Bewohnern eine besondere Therapie. Schäferhund Daro sorgt dafür, dass die Pflegebedürftigen vermehrt kommunizieren, Erinnerungen aufleben und sogar die Schmerzen in den Hintergrund treten.

"Den Hund haben wir als Zweijährigen gekauft", erzählt Dorit Gehne. In Absprache mit dem Leiter des Altenpflegeheims, Andreas Cosmar, sollte der Rüde als Therapiehund zum Einsatz kommen. Bei der Vermittlung half Hundetrainer Rolf Bouillon aus Neuendorf am Speck. Er empfahl den Schäferhund von einem Halter aus Erfurt. Nach einem Jahr Ausbildung bei Rolf Bouillon begann Dorit Gehne 2008, Daro mit ins Altenpflegeheim zu nehmen.

"Wenn ich 14-tägig den Hund dabei habe, bin ich mit ihm den ganzen Tag im Haus unterwegs", erzählt Dorit Gehne. Wobei der Umgang der Bewohner mit Daro unterschiedlich ist. Die einen wollen den Hund nur streicheln, andere unterhalten sich mit ihm. Bei einigen Bewohnern bleibt "Daro" sogar ohne Dorit Gehne im Zimmer. "Der Hund muss sich schon einiges gefallen lassen", erklärt Gehne den unterschiedlichen Umgang der Bewohner mit dem Schäferhund. Mittlerweile weiß Daro auch schon ziemlich genau, in welchem Zimmer es welche Leckerlies gibt.

Bei der Wirkung des Hundes auf die Bewohner hat Dorit Gehne erstaunliche Beobachtungen gemacht. "Auf der einen Seite sehe ich die Bewohner mit ihren Befindlichkeiten und Schmerzen bei der Pflege", erzählt die gebürtige Bismarkerin, die in Seethen wohnt. "Beim Umgang mit dem 40 Kilo schweren Hund sind dann auf einmal fast alle Schmerzen vergessen." Dorit Gehne berichtet auch von einer Schlaganfall-Patientin, die kaum etwas erzählt hat. Sobald der Hund im Zimmer ist, lebt sie auf und beginnt zu erzählen. "Da kommen dann auch zum Teil Erinnerungen an die eigenen Haustiere hoch", erklärt Gehne.

Es ist nicht festgelegt, an welchen Tagen Dorit Gehne mit Daro im Altenpflegeheim unterwegs ist. Aber wenn die Bewohner den Schäferhund entdecken, ist die Freude entsprechend groß.