Die Internationale Bauausstellung IBA 2010, deren Hauptphase in Stendal am 14. April mit einer Ausstellung eröffnet wird, trägt erste Früchte. Gestern unterschrieben die Bürgermeister von Stendal, Tangermünde und Arneburg im Stendaler Rathaus einen Vertrag über die Kooperation der drei benachbarten Städte.

Stendal. Tangermündes Bürgermeister Dr. Rudolf Opitz gab dem " Kind " gleich einen griffigen Namen : AST, was für Arneburg, Stendal und Tangermünde steht. " Diesen AST, auf dem wir gemeinsam sitzen, wollen wir stärken und nicht absägen ", baute das Oberhaupt der Kaiserstadt seinen Gedanken aus. Das Städtedreieck, das nach den Worten von Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz die höchste Konzentration von Menschen, Kultur und Wirtschaft in der ganzen Altmark darstelle, will enger zusammenrücken und besiegelte diese Absicht gestern mit einer Kooperationsvereinbarung.

Sie stellt einen der Kernpunkte des Stendaler IBA-Beitrags unter dem Motto " Zentraler Ort im ländlichen Raum " dar.

Die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit sei von innerer Einsicht getragen und in der Vergangenheit schon teilweise praktiziert worden, bemerkte Schmotz bei der Vertragsunterzeichnung im Rathaus. Er hob die spezifischen Qualitäten der drei Städte hervor, die in Zukunft noch stärker entwickelt und zusammengeführt werden sollen : die wirtschaftliche Kraft Arneburgs mit dem gut entwickelten Gewerbegebiet rund um das Zellstoffwerk ; der Touristenmagnet Tangermünde – Schmotz : " Die neue Hafenpromenade kann einen fast neidisch machen " –; das Bildungs- und Verwaltungszentrum Stendal. Diese Standortvorteile wollen die drei Städte nun zum gegenseitigen Nutzen ausbauen.

Nach dem Motto " Zurück in die Mitte " wollen sie beispielsweise ihre Stadt- und Siedlungsentwicklung aufeinander abstimmen und jeweils auf die Stadtkerne ausrichten, um die Infrastruktur auch in Zukunft bezahlbar zu halten. Bei der Ansiedlung von Unternehmen soll keiner neidvoll auf den anderen schauen. Während Tangermünde kaum noch Platz für Ansiedlungen hat, ist das Arneburger Gewerbegebiet noch stark ausbaufähig. Alle gemeinsam wollen den geplanten Industrie- und Gewerbepark am Flugplatz Borstel in Stendal entwickeln.

Dort, in der Gesellschafterversammlung des Borsteler Flugplatzes, sei auch vor Jahren die Ur-Idee des Städtedreiecks geboren worden, erinnerte sich Dr. Rudolf Opitz. Angesichts der, wie er sagte, " rabenschwarzen finanziellen Entwicklung der Kommunen " sei das Überwinden von Kirchturmdenken besonders wichtig. Sein Arneburger Amtskollege Lothar Riedinger fasste zusammen : " Wir besiegeln heute eine Zusammenarbeit, die wir schon immer gepflegt haben. "

Ein erstes greifbares Resultat der Zusammenarbeit liegt seit wenigen Tagen in gedruckter Form vor : der gemeinsame Kultur- und Veranstaltungskalender des Städtedreiecks. Er soll ab sofort alle zwei Monate erscheinen.