Stendal. Zum wiederholten Mal in Stendal zu Gast, betraten die sieben Sänger von " Gregorianika " gemessenen Schrittes, brennende Kerzen vor sich hertragend, das Podium der Katharinenkirche am Ostersonnabend. Nach ihrem " Eingangsgebet " stellten sie die mitgebrachten Kerzen vor sich auf, um weitere ein- und mehrstimmige Gesänge vorzutragen. Ihr Name ist Programm, ihre Grundlage der nach Papst Gregor benannte ursprünglich nur einstimmige Ritualgesang der christlichen Kirche. Im Repertoire sind diese ursprünglichen Gesänge ebenso vertreten wie mehrstimmig vorgetragene Summchöre mit Solostimmeinlagen.

Folgerichtig klingt ihr Konzert wie ein musikalischer Gottesdienst, zumeist lyrisch verhalten, innig bewegt. Nur selten brechen sie stimmgewaltig aus sich heraus wie in den Gesängen der verschiedenen Donkosakenchöre mit ihren orthodoxen Liturgien.

Ihr musikalischer Vortrag ist immer auch Gebet, in dem die Solisten stimmlich gut geschult ihren Part zum Summchor vortragen, wie etwa Serhiy Rybyn, der mit klarem Tenor " über den Stimmen schwebt ", oder Chorleiter Oleksiy Semenshuk, dessen Stimmumfang im Spektrum von Balladenhaftem oder christlicher Klage überzeugt. Immer entsteht bewusst gewollt die Hinwendung zum Göttlichen. Dabei fließen die Melodien zumeist in alten Kirchentonarten ruhig dahin, Sinn und Zweck des vorösterlichen Gastspiels betonend.

Auch die Eigenkompositionen, im gleichen Stil vorgetragen, dienen diesem Anliegen und vervollständigten die Programmskala. Stand die musikalische Qualität der vorgetragenen Choräle außer Frage, hätten Hinweise auf die Inhalte der meist Lateinisch vorgetragenen Weisen das Verständnis noch erhöhen können.

Im Übrigen kann für das Konzert das Lied der Nachtigal stehen : " Was Neues hat sie nicht gelernt, singt gute alte Lieder. " Die Zuhörer in der Katharinenkirche folgten der meditativen Chormusik mit Andacht und spendeten herzlichen Applaus.