Stendal ( ro ). In der städtischen Kindertagesstätte " Märchenland " läuft fast nichts mehr, ohne dass Eltern oder Großeltern " ihren Senf " dazugeben. Sie engagieren sich in der Tanzgruppe, ein Papa trainiert mit den Knirpsen Fußball, in der Theatergruppe agieren Eltern zusammen mit den Kindern, und eine pensionierte ehemalige Mitarbeiterin kommt einmal die Woche als Märchenfee in die Kita. Nachmittags trifft sich eine Sportgruppe aus dem Wohngebiet in den Kita-Räumen.

Diese und andere Aktivitäten waren dem Land Grund genug, das " Märchenland " mit dem ehrenvollen Titel " Kinder-Eltern-Zentrum " auszuzeichnen. Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz überreichte gestern Kita-Leiterin Anke Kröning ein Schild, das Besucher künftig schon beim Eintreten darüber informiert, mit was für einer Kindereinrichtung sie es hier zu tun haben. Sozial schwachen Familien und solchen mit Migrationshintergrund, aber auch allen anderen soll das Kinder-Eltern-Zentrum Hilfe, Stütze und ein Stück Heimat sein.

Dass an der Auszeichnung nicht nur ein Titel und ein Schild, sondern auch ein Scheck über rund 13 000 Euro hängt, freute Anke Kröning und ihre Mitarbeiter besonders. " Im Grunde ist das Geld schon ausgegeben ", sagte sie gestern, " zum Beispiel für Computertechnik und zur Raumgestaltung. So haben wir eine hübsche Elternsitzecke gestaltet. "

Ihre Stellvertreterin Angela Steckel hat das Projekt Kinder-Eltern-Zentrum maßgeblich betreut, beginnend 2007 mit der Bewerbung und der Einreichung des Konzepts. " Da war manchmal ein langer Atem gefragt ", berichtete sie. " Zum Beispiel, wenn ein Vorhaben bei den Eltern mal nicht so gut ankam. Dann wurde umgedacht und gemeinsam verändert. Auch die Mitarbeiterinnen hier im Haus machten einen Lernprozess durch. "

Und die Titelvergabe ist nicht der Endpunkt der Entwicklung. " Nun wollen wir noch ein Elterncafé einrichten ", kündigte Anke Kröning an.