Stendal. Die Besucher des Stendaler Tiergartens können bei ihrem Rundgang etwa 450 Tiere beobachten und etliche sogar streicheln oder füttern. Dabei sollte man allerdings auf die Schilder und die Hinweise der Pfleger achten oder die offiziellen Fütterungsaktionen des Personals beobachten.

Doch die wenigsten Besucher denken sicherlich daran, welcher logistische Aufwand und wieviel Arbeit mit den Fütterungen verbunden ist. Gerd Schnee und Ellen Furchheim fungieren im Tiergarten, neben der Tierpflege, auch als Küchenchefs und sorgen für das leibliche Wohl der Zwei- und Vierbeiner. Das schon in den frühen Morgenstunden, was wohl viele der Tiere ahnen.

So springen und laufen zum Beispiel die Affen und Erdmännchen aufgeregt im Gehege umher und warten unter anderem auf Bananen, Gurken, Salat und ähnliches Grünzeug, das oft mit Mineralien durchsetzt ist. Bevor die unruhigen Fleischfresser ihre Portionen erhalten, müssen die Pfleger schwere Rinderstücke aus dem Kühlraum holen und aufwendig zerlegen.

Ähnlich wie in einer Hotelküche weisen viele Schüsseln, Näpfe, elektrische Geräte und Schneidwerkzeuge darauf hin, dass für die verschiedensten Tiere unterschiedliche Mahlzeiten zusammengestellt werden müssen. Entscheidend dafür sind neben dem Alter der Tiere und den Jahreszeiten, ob die Tiere Nachwuchs erwarten beziehungsweise schon betreuen oder in welchem gesundheitlichen Zustand sie sich befinden. So müssen die Küchenkräfte auch schon mal Eier kochen, Pellets zusetzen und aus Fisch-, Kaninchen- oder Pferdefleisch Spezialitäten zubereiten.

Einige Tiere müssen in der Woche einen Diättag einlegen, denn in freier Wildbahn wird auch nicht jeden Tag Beute geschlagen. Hilfe erhalten die Küchenkräfte von den Azubis, die die Näpfe mit dem zerkleinerten Futter für die Wasservögel zubereiten.

Von den Besuchern meist unbemerkt, fahren mehrmals Spezialfahrzeuge vor, beispielsweise aus der Bodensee-Region oder aus Brandenburg, die besonderes Futter wie Fische, Mäuse, Ratten, Pferdefleisch oder Fleischprodukte vom Schlachthof anliefern.

" Besonderer Dank gebührt den Stendalern Verkaufsketten, die uns preiswert Waren überlassen und Privatpersonen, die Obst und Gemüse aus ihren Gärten bringen ", betonte Tiergartenleiterin Anne-Katrin Schulze.