Der Gardeleger Schäfermeister Joachim Gaudian wird auch weiterhin den Vorsitz im Altmärkischen Verein für Schafzucht und Schafhaltung haben. Die Mitglieder bestätigten Gaudian bei der Jahreshauptversammlung im Amt. Die Zahl der Schafe im Vereinsgebiet ist seit der Wende kontinuierlich gesunken.

Wiepke. Die Zahlen waren nicht so schön, die der Geschäftsführer des Altmärkischen Vereins für Schafzucht und Schafhaltung, Reinhard Seelig, am Sonnabend in der Wiepker Gaststätte Spelunkenwirt kundtat. Die Zahl der Schafe sei weiter zurückgegangen, die Erzeugerpreise gestiegen. Seelig : " Die Bezahlung der Arbeit in der Schafhaltung ist immer schwerer zu realisieren, weil ein Missverhältnis zwischen Erlössteigerung und stärker steigenden Kosten besteht. "

Die Kosten für die Futtermittel, für Kraftstoffe sowie andere Produktionsmittel seien gestiegen, die Erzeugerpreise aber seien unverändert niedrig. Sie würden derzeit zwischen 1, 80 und 2, 20 Euro pro Kilo Lebendgewicht betragen.

Der Schafbestand im Land Sachsen-Anhalt sei seit der Wende rasant zurückgegangen, sagte Seelig. 1989 seien noch rund 766 000 Schafe registriert gewesen. 1999 gab es nur noch 140 000 Schafe im Land, im vergangenen Jahr nur noch 114 000. Besonders betroffen sei die Entwicklung bei den Mutterschafen. 2009 erreichte der Schafbestand in der Bundesrepublik mit 2, 44 Millionen Tieren seinen niedrigsten Wert. Geschäftsführer Seelig nannte die Ursachen für den Rückgang : " Übergroße Bürokratie, falsche politische Entscheidungen und nicht kostendeckende Preise. "

Wie sich staatliche Förderung auf die Schafzucht und -haltung auswirkt, machte Seelig an einem Beispiel klar. Im Jahr 2006 hätten sechs Züchter 1779 Mutterschafe der vom Aussterben bedrohten Merinofleischschafrasse gehalten. Nach finanzieller Förderung von 20 Euro pro Tier waren es im Jahr 2008 bereits 4778 Tiere. Seelig : " Der Wille, Schafe zu halten, und die Kenntnis dafür ist da, wenn das Auskommen für den Schäfer gesichert ist. "

Der lange Winter, betonte Seelig, habe die Arbeit nicht nur sehr erschwert, sondern auch die " Arbeitskosten sehr erhöht ".

Der Verein, dessen Vereinsgebiet die Altmark " bis hinunter nach Magdeburg " umfasst, hat derzeit 46 Mitglieder und damit vier mehr als vor einem Jahr, sagte Seelig. Unter den Mitgliedern seien elf Herdenschäfer. " Wir müssen mehr werden ", sagte Seelig. Er sei dennoch zufrieden, dass sich der Mitgliederbestand gehalten habe.

Im Verein sind vier Schäfer organisiert, die mehr als 500 Tiere haben, zwei mit einem Tierbestand zwischen 100 und 500, zehn mit 10 bis zu 100 Schafe und 25, die bis zu 10 Schafe halten. Diese Zahlen nannte Revisor Christian Rüdiger in seinem Kassenprüfbericht.

Bei der Wahl gab es keine Überraschung. Der bisherige Vorstand stellte sich erneut zur Wahl und wurde klar wiedergewählt. Dem Vorsitzenden Joachim Gaudian ( Gardelegen ) wird Rüdiger Kassuhn ( Königsmark ) als Stellvertreter zur Seite stehen. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Silvia Krause ( Kakerbeck ), Andreas Schmidt ( Lückstedt ) und Uwe Paul ( Havelberg ). Ihre Ämteraufteilung steht noch nicht fest. Der Vorstand will in seiner ersten Sitzung die Aufgaben für die Bereiche Finanzen, Erzeugerzusammenschluss und die kleinen Schafhalter verteilen.

Rüdiger Kassuhn wurde von Reinhard Seelig als Nachrücker für den verstorbenen Elmar Grzonka für den Vorstand im Landesschafzuchtverband vorgeschlagen.