Zur Freisprechung und Überreichung der Gesellenbriefe und Prüfungszeugnisse hatten sich die Jung-Handwerker der Ostaltmark am Mittwochnachmittag in der Katharinenkirche versammelt. Dort wurde auch an die Wichtigkeit des Handwerksberufs erinnert.

Stendal. Ob Kraftfahrzeugmechatroniker, Straßenbauer, Maurer oder Friseure – sie alle sind frischgebackene Handwerker. 116 Lehrlinge haben in diesem Jahr an der Gesellenprüfung teilgenommen. 97 haben die Prüfung bestanden und 79 erhielten am Mittwochnachmittag ihre Gesellenbriefe zur traditionellen Freisprechung in der Stendaler Katharinenkirche. Viele junge Männer und Frauen aus der östlichen Altmark sind angereist, um an dieser offiziellen Abschlussveranstaltung teilzunehmen. Die passende Kulisse bot die altehrwürdige " Katharine " der Hansestadt. Denn die Freisprechung dient auch immer als Würdigung der Tradition des Handwerksberufs. Somit konnten die vielen " Freigesprochenen " zusammen mit den Eltern, den Freunden und Ehrengästen diesen besonderen Nachmittag geniessen. Musikalisch begleitete das Stendaler Duo Musikfabrik die Feierlichkeiten.

Kreishandwerksmeister

Hans-Erich Schulze eröffnete die Veranstaltung mit Glückwünschen und dem Appell, stolz auf sich zu sein. Zudem motivierte er die jungen Handwerker : " Wir müssen den Kopf hochhalten. Auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten ist der Handwerksberuf enorm wichtig. Ihr werdet gebraucht ", verkündete er und blickte zurück : " Über Jahrhunderte haben wir nicht aufgegeben. Vor allem, weil wir als Handwerker viel Vertrauen und Anerkennung bei den Bürgern geschaffen haben. " Wichtig sei vor allem die stetige Fort– und Weiterbildung. Auch die Option, das Heimatgebiet wegen einer Arbeitsstelle verlassen zu müssen, sollten die jungen Berufseinsteiger wahrnehmen.

Als zweiter Redner trat Carsten Kaul, Filialdirektor der Signal Iduna Magdeburg, an das Pult. Er betonte nochmals, dass das Handwerk eine gewisse Macht habe und sich viele auf die Handwerker verlassen.

Mit großem Applaus bestätigte das Publikum die Ansprachen von Schulze und Kaul.

Danach standen dann endlich die Freisprechungen an. Begonnen wurde wie immer mit den Junggesellen, die eine Auszeichnung als bester Lehring bekamen. In diesem Jahr erzielten fünf junge Männer Spitzenergebnisse. Drei Kraftfahrzeugmechaniker und zwei Metallbauer konnten sich über doppelte Glückwünsche, vielfaches Händeschütteln und Blumengrüße freuen.

Nach dieser besonderen Auszeichnung wurden die " Freigesprochenen " aus den anderen Gewerken aufgerufen. Sie erhielten ebenfalls die Prüfungszeugnisse und die Gesellenbriefe.

Mächtig stolz, mit einer Blume und den Abschlusszeugnissen in der Hand, wurden schließlich Erfahrungen ausgetauscht und Gesellenbriefe verglichen. Nun war es geschafft, dreieinhalb Lehrjahre sind vorbei. Die jungen Frauen und Männer wurden in die " Familie der Handwerker " aufgenommen.