Über das Leben im Alter diskutierten am Sonnabend mehr als 30 ehrenamtliche Helfer der Caritas aus dem gesamten Dekanat Stendal bei ihrem Treffen in Beetzendorf. Dabei stellte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Brantzen die neue Kampagne der katholischen Hilfsorganisation vor, die unter dem Motto " Experten fürs Leben " steht.

Beetzendorf. Einmal im Jahr treffen sich die ehrenamtlichen Helfer der katholischen Pfarrgemeinden des Dekanats Stendal, um sich auszutauschen und fachlich weiterzubilden. Am Sonnabend trafen sich dazu mehr als 30 Teilnehmer. " Wir wollen Ihnen Mut machen für Ihre wertvolle Arbeit, die Sie an verschiedenen Stellen leisten ", rief Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Brantzen den Ehrenamtlichen zu Beginn der Tagung zu. Das sei auch in Anbetracht der aktuellen Diskussion notwendig, der sich die Kirche ausgesetzt sehe. " Vieles, was nicht in Ordnung ist, muss angegangen werden. Aber wir haben trotzdem unseren Auftrag ", meinte Brantzen. Einer davon ist die Betreuung und Begleitung alter Menschen, die im Mittelpunkt der diesjährigen Kampagne der Caritas steht.

Brantzen stellte die Ziele der Aktion unter dem Motto " Experten fürs Leben " vor, die den Blick auf den ungeheuren Erfahrungsschatz alter Menschen lenken soll. " Den gilt es, stärker als bisher zu nutzen, gerade auch bei der Neugestaltung des Zusammenlebens zwischen Jung und Alt ", forderte der Caritasdirektor. Als Beispiele nannte er Seniorengenossenschaften, bei denen jeder seine individuellen Fähigkeiten einbringt, oder Lesepatenschaften von Senioren für Kindertagesstätten.

Es gehe um selbstbestimmte Teilhabe im Alter und die Solidarität zwischen den Generationen. Dabei könnten ältere Menschen Gelassenheit und Lebenserfahrung, Dankbarkeit für Gelungenes, das Einüben und Akzeptieren von Krankheit und Tod sowie die Ermutigung zum Leben als Expertenschatz einbringen und den Jüngeren damit helfen. Im Gegenzug erwarten die Älteren Respekt und Toleranz, Menschlichkeit und Begegnung sowie Hilfestellungen im Alltag bis hin zur Pflege und Begleitung bei Krankheit und Gebrechlichkeit. " Dabei ist es wichtig, dass die alten Menschen alles, was sie noch selbst können, so lange wie möglich auch machen dürfen ", plädierte Bernhard Brantzen für Geduld und Rücksichtnahme.

In der anschließenden Diskussion berieten die ehrenamtlichen Helfer, die aus den Bereichen Salzwedel, Gardelegen, Stendal, Osterburg und Tangermünde nach Beetzendorf gekommen waren, die praktische Umsetzung der Kampagne in ihrer Arbeit vor Ort. Alexander Haase, Leiter des Beetzendorfer Caritas-Heimes, stellte zudem bei einem Rundgang seine Einrichtung vor, in der mehr als 130 geistig behinderte Menschen untergebracht sind.