Stendal. Spielt uns die Natur – also die Physik gar – einen Streich ? Das fragte sich und uns in der Volksstimme-Redaktion in diesen Tagen unsere Leserin Anita Koslowski aus Stendal. Ihrer Erinnerung nach hätte die Uchte doch, jener Hauptfluss mitten durch die Hansestadt, nach diesen Kältewochen längst zugefroren sein müssen. Zuletzt war das 2003 der Fall.

Nur : Das Gegenteil präsentiert das Gewässer jetzt. Über weite Strecken fließt es und bietet wenig Hinweise darauf, vereist, zugefroren, also eislaufträchtig zu sein. " Wir sind früher des Öfteren Schlittschuh im Winter auf der Uchte gelaufen. Warum geht das heute nicht mehr ?", fragte Anita Koslowski. Zu hohe Fließgeschwindigkeit, zu viel Schmutz ?

Die Frage ging weiter an den Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Uchte, Hans-Ulrich Klante. Es gebe, klärt der Experte auf, einen so genannten Grundwasseranschnitt, welcher weit wärmer sei als das Wasser der Uchte. Der Effekt : Die Temperatur der Uchte insgesamt liegt somit zwei bis drei Grad Celsius über Null, so dass das Gewässer nicht zufriert. In den letzten Jahrzehnten seien stetig weitere Grundwasserzuläufe in den Fluss hinzugekommen. Damit wird die Aussicht auf eine zugefrorene Uchte mehr und mehr unwahrscheinlich.

Und es komme, erläutert Klante, ein weiterer Aspekt hinzu : Durch die Fließgeschwindigkeit, die zwar nicht sehr hoch sei, würde genug Bewegungsenergie freigesetzt ; und das vorwiegend in Wärme. " Es müssten schon über Wochen konstante Kältegrade von unter 15 Grad minus herrschen, bevor die Uchte zufriert. " Auf diese Aussicht allerdings werden wir vergeblich warten. Es wird eher wärmer statt kälter. Die Schlittschuhe müssen also weiter im Keller bleiben.