Das Landesamt für Verbraucherschutz hat offenbar eine Zukunft in Stendal. Dafür sprechen die Investitionen, die das Land am Standort Haferbreiter Weg in der zurückliegenden Zeit tätigte. Für 700 000 Euro wurde jetzt die Fassade erneuert.

Stendal. Die Verwandlung vollzog sich schrittweise, ohne großes öffentliches Aufsehen : Am Stendaler Haferbreiter Weg wurde aus dem einstigen grauen Entlein – den Gebäuden des Landesamtes für Verbraucherschutz, Fachbereich Veterinärmedizin – ein schöner Schwan. Rund 700 000 Euro hat das Land in neue, gedämmte Dächer und Fassaden einschließlich Beschattungsanlage für die Fenster investiert. Obendrein wurden neue Computerkabel verlegt und eine neue Telefonanlage installiert.

" Die Sanierungsarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Auch der Außenbereich wurde in Angriff genommen und ist bis auf Restarbeiten, die im Frühjahr erfolgen, fertig. Das Landesamt ist äußerlich jetzt so wie die Labore – ein moderner Standort ", freut sich Amtsleiter Dr. Karl-Friedrich Reckling. Die Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Bau Nord, Niederlassung Stendal, sei sehr gut gewesen. Es war nicht die erste Investition am Landesamt. Bereits vor zehn Jahren war der Neubau eingeweiht worden, der unter anderem die Tiersektion beherbergt.

Rund 90 hochqualifizierte Mitarbeiter überwachen am Haferbreiter Weg die Tiergesundheit in Sachsen-Anhalt. Die Kontrolluntersuchungen reichen dabei von der Blauzungenkrankheit bei Rindern bis zu Tierinfluenza wie die so genannte Geflügelgrippe, die vor fünf Jahren für Schlagzeilen in den Medien und Überstunden in den Stendaler Laboren sorgte. Molekularbiologische Untersuchungen gehören mittlerweile zum Handwerkszeug der Spezialisten in der Kreisstadt. Damit kann zum Beispiel der genetische Fingerabdruck von gefährlichen Viren genommen werden.

Dass das Land in den zurückliegenden Monaten in den Standort investiert hat, zeugt von der Zukunft des Fachbereichs Veterinärmedizin in der Altmark – ganz im Gegensatz zur Justizvollzugsanstalt. Die Veterinärmedizin hat mittlerweile eine über 50-jährige Tradition in Stendal.

Einen Wermutstropfen gibt es indes noch. Besucher der Landesbehörde erblicken nicht nur die neuen Fassaden der Behördengebäude, sondern auch eine Müllstation, die unmittelbar vor dem Landesamt stehen. Trotz regelmäßiger Aufräumaktionen von Mitarbeitern der ALS-Entsorgungsfirma kein schöner Anblick. Aber vielleicht finden ja Stadt und ALS noch einen Alternativstandort, um das sanierte Landesamt im vollen Glanz erstrahlen zu lassen.