Zum 24. Mal fand am Sonnabend in der Elbgemeinde Ferchland das Winterschwimmen statt – mit dabei auch wieder die Tangermünder Wasserplumpser. Als einer von insgesamt 21 Vereinen stiegen sie bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in den Feuerlöschteich des Ortes.

Tangermünde / Ferchland.

" Früher, da hat es noch gezwackt, wenn ich ins Wasser gestiegen bin. Doch heute merke ich davon gar nichts mehr ", sagt Michael Bäther. Der Tangermünder wagte vor einigen Jahren in Ferchland zum ersten Mal den Schritt in eisiges Wasser. Seitdem kann er nicht mehr davon lassen. " Von Oktober bis April treffen wird uns mindestens einmal pro Woche zum Baden ", berichtet er. Der Körper gewöhne sich damit von etwa 15 Grad Wassertemperatur im Oktober an die etwa ein Grad Celsius, wenn es so richtig schön kalt draußen ist.

Am Sonnabend fanden die etwa 120 Eisbader aus allen Teilen Deutschlands in Ferchland beste Bedingungen für ihr gewöhnungsbedürftiges Hobby vor. Der Feuerlöschteich war am Tag zuvor von der Ferchländer Wehr auf einer etwa 20 Quadratmeter großen Fläche von seiner 25 Zentimeter dicken Eisschicht befreit worden. Geschneit hatte es nur am Vormittag. Die Lufttemperatur lag bei einem Grad unter Null. Hin und wieder schob sich sogar die Sonne durch das Grau am Himmel.

So viel Schnee und so dickes Eis hatten die Winterbader aller Altersklassen schon lange nicht mehr gehabt. Und doch war die Resonanz auf die Veranstaltung im Vergleich zu den Vorjahren verhalten. Waren es 2009 noch 39 Vereine gewesen, so kamen am Sonnabend 21 nach Ferchland. Zwei – die aus Rostock und Stralsund – hatten aufgrund des Schneefalls kurzfristig abgesagt. " Es wird immer weniger, so wie überall ", sagte Veranstalter Henry Stielau am Rande der 24. Auflage dieses Winterereignisses.

Doch immerhin hatte das Ferchländer Winterbaden fast 1000 Besucher an den Feuerlöschteich gelockt. Sie alle beobachteten vom Rande aus mit einem grandiosen Blick in den im Krater gelegenen Teich das Spektakel. Dabei entging ihnen nicht die Baukunst der Ferchländer Feuerwehrmänner. Sie hatten aus den herausgeschnittenen Eisschollen eine 2010 auf das Eis gelegt und zugleich eine Schmuckkante rund um das Badeloch gebaut. Von den restlichen Eissteinen waren noch Pyramiden unterschiedlicher Größe errichtet worden.

Für die Tangermünder Wasserplumpser ging es an 16. Stelle in das Ferchländer Wasser. Mit ihrem Vereinsschild in der Hand und den rot-weißen Strickmützen auf dem Kopf stürzten sich die mehr als zehn Männer und Frauen ins Nass. Umsorgt wurden sie und alle anderen Eisbader von zwei Einsatzkräften der Johanniterunfallhilfe sowie dem neunköpfigen Rettungstaucher-Team der Tangermünder Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft.

Nach dem Eisbad war schnelles Umziehen angesagt. Ein Schluck heißer Glühwein gehörte zum Abschluss dazu. " Zum Glück sind heute keine minus 15 Grad. Da musst du dich richtig beeilen, wenn du aus dem Wasser kommst ", berichtet Michael Bäther.

Für die Tangermünderin Roswitha Lindner und einige andere war der Ferchländer Termin bereits der zweite öffentliche in diesem Jahr. ( Mehr dazu und auch zum Einsatz der DLRG-Retter im Feuerlöschteich lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben. )