Ob die Zuckerpuppen, die Fuselbären oder die Tanzmiezen – die Griebener Narren sind kreativ : So sah das Publikum zur Sitzung am Samstagabend einen Mix aus Tanz und Comedy. 30 Jahre bestimmen diese nun schon die fünfte Jahreszeit in der Gemeinde, und weitere 30 sollen folgen.

Grieben. Wenn kleine Tanzmäuse in Schottenröckchen marschieren, sich gestandene Männer in hautenge Sportlerhosen zwängen und der Bauer von nebenan einen Nebenverdienst als lüsterner Callboy für ältere Damen erhält, dann ist wohl die närrische Jahreszeit in Grieben angebrochen.

Das Programm am Sonnabendabend in der Mehrzweckhall der Gemeinde war ein Potpourri aus Musik, Tanz und Comedy. Modern arrangiert kehrten die Griebener den spießigen Elferratssitzungen gern den Rücken zu. Eine Bütt suchte man vergebens, strenge Marschtänze und langatmige Kapellen seien " Schnee von gestern ", meinen die Griebener.

Die Tanzgruppe der Jüngsten, die kleinen " Sternchen ", begeisterten das überwiegend verkleidete Publikum mit einer Weltreise quer durch die unterschiedlichen Melodien und Rhythmen der Kontinente. Vom chinesischen Kung-FuFighting über einen indischen Bauchtanz bis zum russischen Folkloretanz war alles dabei. Rasender Applaus belohnte die Jüngsten. Auch Moderator des Abends und ehemaliger Präsident der Griebener Narren, Rainer Kraut, fand die Mädchen " einfach spitze ". Da musste auch das Publikum ran. Die Kostümierten kamen nicht umher eine Rakete zu starten. " Wir klopfen mit beiden Händen auf den Tisch, trampeln mit den Füßen, pfeifen auf den Fingern ", animierte Rainer Kraut das Publikum. Ein ohrenbetäubender Lärm rauschte dabei durch die Halle. Jede Rakete überstieg die vorherige in der Lautstärke.

Viele Lacher bot auch die Comedydarbietung " Antrittsbesuch bei den Schwiegereltern ". Die blutjunge Annemarie brachte ihren neuen Freund mit ins heimische Wohnzimmer. Der war nur, zum Leidwesen der neuen Schwiegereltern, geschätze fünfzig Jahre älter als Annemarie. Es stellte sich die Frage, was tun mit dem alten Mann, Karten spielen oder über den Krieg plaudern ? Begeisterndes Gejohle belohnte die vier.

Als plötzlich ein Dutzend Nonnen den Saal betrat, glaubte niemand wirklich an friedliche Ruhe. Denn schnell waren die schwarzen Roben abgelegt. Die Fuselbären, das Männerballett der Griebener ; trugen darunter knallenge Sportsachen. Mit gymnastischen Bewegungen schwangen die Männer ihre Hüften. Außer Rand und Band, belohnte das Publikum die Herren in Strumpfhosen mit einer Rakete.

" Grieben, ahoi " war der Ruf des Abend. Auf ihrem blauweißen Narrenschiff ließ sich der Elferrat feiern. Nur Präsidentin Claudia Güldenpfennig saß nicht auf dem Schiffchen. " Ich bin da lieber aktiv im Programm ", erklärt die Präsidentin. So folgte ein Programmhöhepunkt dem nächsten. Laut, bunt und witzig waren die Griebener. Dem Publikum schienen die Darbietungen zu gefallen, denn kaum einer blieb still auf seinem Stuhl sitzen.