Am 12. Januar 2009 eröffnete MUM – das Beratungszentrum für junge Schwangere und Mütter unter dem Dach des Paritätischen Sozialwerks. Gestern zog die dortige Sozialarbeiterin Dörthe Löffler passend zum ersten Geburtstag ein erstes Zwischenfazit : Das MUM ist auf dem besten Weg sich zu etablieren.

Stendal. " Momentan haben wir ordentlich Zulauf ", sagt Dörthe Löffler mit einem Lächeln, das verrät, wie groß die Freude über die positive Entwicklung der Beratungsstelle MUM – Mütter und mehr – ist.

Einfach war der Weg in den vergangenen zwölf Monaten nicht. " Zu Beginn hatten wir Schwierigkeiten ", erinnert sich Heimleiterin Birgit Jaenecke. Der Zuspruch war zurückhaltend. " Als ich hier im Mai meine Arbeit aufnahm, sah es ziemlich mau aus ", erinnert sich Dörthe Löffler, die seitdem als Sozialarbeiterin bei MUM tätig ist. Nur fünf Mütter hätten sich ins MUM getraut. Die Angst der Frauen, den Kontakt zur Einrichtung zu suchen, war größer als die Neugierde. Also musste ein Lockmittel gefunden werden. " Das haben wir mit unserer Kleiderbörse geschafft ", sagt Löffler. Viele Mütter seien durch den Anund Verkauf in die Arnimer Straße gekommen, erste Kontakte entstanden. " Die Börse ist bis heute unser Zugpferd. " Zudem haben die drei Damen des MUM, Dörthe Löffler, Birgit Jaenecke und Psychologin Viktoria Schaumann, neue Angebote geschaffen. Der Gedanke einer reinen Beratungsstelle wich einer Stätte, die Beratung, Gemeinschaftsgefühl und Gesprächsrunden miteinander verbindet.

" Beispielsweise gibt es wöchentlich ein offenes Frühstück ", zählt Löffler einige Angebote auf. Einmal im Monat gibt es auch ein Frühstück, an dem betreute Familien samt Familienbetreuer teilnehmen können. Immer mittwochs krabbeln Kleinkinder durch ein Zimmer. Fünf bis zehn Mütter sind in der Krabbelgruppe. " Einige Mütter bleiben bei uns hängen, wenn die Gruppen vorbei sind. Sie brauchten mitunter diese Zeit, um sich uns gegenüber zu öffnen. " Ein Spielund Lerncafé sowie Beratungen ( auch nach terminlicher Absprache ) finden statt.

Zwei Mütter, die die Gemeinschaft und den Austausch untereinander zu schätzen wissen, sind Alexandra Schwiecker und Claudia Klutzny. Letztere ist Mutter eines Kindes mit Entwicklungsverzögerung. " Ich bin hier, um mich mit anderen Müttern und den Betreuerinnen darüber austauschen zu können, aber auch um von zu Hause mal rauszukommen ", sagt die Stendalerin. Sie ist fast täglich in den Räumen von MUM anzutreffen. " Ich habe per Zufall von der Einrichtung gehört und bin einfach mal hergekommen und habe reingeschnuppert. Seitdem bin ich oft hier. "

Alexandra Schwiecker ist Mutter dreier Kinder und betreut derzeit ein Pflegekind. " Ich bin oft beim offenen Frühstück dabei und nehme in Erziehungsfragen auch die Beratung in Anspruch oder die Kleiderbörse. "

" Die Zukunft steht

in den Sternen "

Zur Krabbelgruppe gehört beispielsweise Heike Zander mit ihrem achteinhalb Monate alten Sohn Malte. " Seit November bin ich hier. " Jeden Mittwochvormittag genießt die Mutter, deren Freund Christoph Voigt sie ab und an begleitet, die gemeinsame Zeit mit anderen Müttern, Kleinkindern und Betreuerinnen – in einer Oase unter Gleichgesinnten.

Für die kommenden zwei Jahre sind weitere gemeinsame Feste geplant, Bastelnachmittage und Kaffeerunden. " Wir wollen noch mehr die Gemeinschaft fördern ", bringt es Dörthe Löffler auf den Punkt. Wie es danach weitergeht, " steht in den Sternen ", sagt Dörthe Löffler. " Wir werden von dem Gemeinschaftsprojekt, Aktion Mensch ‘ finanziert. Jene Projekte seien generell auf drei Jahre angelegt. Und : Zielgruppe von MUM sind junge Schwangere und Mütter bis 27 Jahren. " Aber wir schicken niemanden nach Hause ", fügt Löffler hinzu.