" Internationale Bauausstellung 2010 – auch bei uns in Stendal !" Diese Botschaft verkünden seit gestern zwei Busse von Altmark-Bus, die auf Stadt- und Überlandlinien unterwegs sind. Oberbürgermeister Klaus Schmotz schickte die beiden von der Stadt und der Gesellschaft für Verkehrswerbung gestalteten Werbeträger vom Marktplatz aus auf Reisen.

Stendal. Die Organisatoren der Internationalen Bauausstellung IBA 2010 haben – zumindest in Stendal – ein Vermittlungsproblem : Wie weckt man das Interesse an einer Bauausstellung, für die nichts gebaut wird ? Das einzige handfeste, materielle Resultat, das die IBA in der Hansestadt hervorbringen sollte, ist gescheitert : Das im ehemaligen Winckelmann-Gymnasium an der Stadtseeallee von einem privaten Investor geplante Regionalzentrum entsteht nicht, der Plattenbau wird abgerissen.

Wie kann man also die Öffentlichkeit für eher theoretische Projekte zum Thema Stadtumbau begeistern ? Ein Versuch sind die zwei Busse, die, mit IBA-Werbung beklebt, seit gestern durch den Landkreis touren. Sie machen quasi im Vorbeifahren mit den vier Hauptthemen bekannt, die Stendal als eine von 19-IBAStädten in Sachsen-Anhalt in das Ausstellungskonzept einbringt.

Unter dem zusammenfassenden Motto " Stendal – zentraler Ort im ländlichen Raum " haben vier Arbeitsgruppen diese vier Themen erarbeitet :

1. Städtekooperation Arneburg / Stendal / Tangermünde ;

2. Stärkung des Bildungsstandorts ;

3. Profilierung der Innenstadt zum Wohnen, Arbeiten und Leben ;

4. Sicherung der Leistungsund Zukunftsfähigkeit von Infrastrukturen.

" Es geht um Konzeptionen für die nächsten 15 bis 20 Jahre, in denen wir mit dem demografischen Wandel umgehen müssen ", umriss Oberbürgermeister Klaus Schmotz gestern das Ziel. Marion Jantsch, in der Stadtverwaltung für die IBA-Vorbereitung freigestellt, nannte einige Detailfragen, auf die die Arbeitsgruppen Antworten suchen : " Wie viele Bewohner werden dann noch im Städtedreieck der östlichen Altmark leben ? Wie viele Wohnungen auf welcher Fläche werden notwendig sein ?"

Die künftige Entwicklung werde sich in den drei Städten auf die Altstädte und die innerstädtischen Bereiche konzentrieren. Bauleitplanungen im weiteren Umfeld werde es kaum noch geben. " Zurück in die Stadtkerne ", so Marion Jantsch, laute die Parole. In aller Munde ist bereits der Begriff " kernige Altmark ", den der Bauordnungsamtsleiter des Landkreises, Dirk Michaelis, in diesem Zusammenhang prägte.

Im Rahmen der Kooperation, sagte Schmotz, wollen sich die drei Städte der Region weiter profilieren und gegenseitig befruchten : Tangermünde als Touristenzentrum, Stendal als Standort für Bildung, Gesundheit und Soziales und Arneburg mit seinen wirtschaftlichen Entwicklungskernen. Die IBA wird sich weniger mit realen Bauten, als vielmehr mit Gedanken und Visionen für künftiges Bauen präsentieren.

Höhepunkt und offizielle Eröffnung der IBA in Stendal wird eine große Ausstellung im Foyer des Stadthauses sein, die am 14. April beginnt und den bisherigen Erkenntnisstand der vier Arbeitsgruppen zeigen wird. Am 15. Oktober endet das IBA-Jahr mit einer Veranstaltung, deren genauer Inhalt noch offen ist. Die Denkarbeit der Arbeitsgruppen soll indes weitergehen.