Gas, Wasser und Strom werden vorerst nicht teurer. Die Stadtwerke garantieren ihren Kunden Preisstabilität bis mindestens zum Ende der Heizperiode beziehungsweise zum Ende nächsten Jahres. Das Versorgungsunternehmen setzt auf starken Expansionskurs ins Umland der Stadt.

Stendal. Einen beachtlichen Marketingerfolg verkündeten die Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Bräuer und Manfred Hochbein gestern auf einer Pressekonferenz in Stendal. Im nächsten Jahr werde das Unternehmen 23 Millionen Kilowattstunden ( kWh ) Strom außerhalb Stendals, vor allem im altmärkischen Umland absetzen. Zum Vergleich : In diesem Jahr sind es lediglich 2 Millionen kWh. Die 23 Millionen kWh umfassen laut Bräuer etwa 25 Prozent des in Stendal verkauften Stroms und entsprechen 12 000 bis 13 000 Durchschnittshaushalten.

In einer Marketingoffensive hatten die Stadtwerke in der zurückliegenden Zeit Flyer mit ihren Strom- und Gasangeboten an 90 000 Haushalte und an kommunale Einrichtungen in der Altmark verschickt und darin den Stromtarif des Regionalversorgers Eon-Avacon unterboten. Der Erfolg scheint sich jetzt einzustellen. Bräuer : " Wir verzeichnen einen zunehmenden Rückstrom von abgewanderten Kunden und einen Zulauf von außerhalb. " Die Konkurrenz ist groß ; allein in Stendal gibt es 90 Stromanbieter.

Dem von den Stadtwerken betriebenen Wärmekraftwerk an der Schillerstraße komme laut Thomas Bräuer angesichts dieser Entwicklung eine wachsende Bedeutung zu. Zudem steigern die Stadtwerke ihre Einkaufsaktivitäten an der Energiebörse, um den Bedarf zu decken. Der größere Aufwand benötigt auch mehr Personal. So wollen die Stadtwerke ihre Mitarbeiterzahl jetzt um vier auf 70 erhöhen.

Quasi als Weihnachtsgeschenk an ihre Kunden bekräftigen die Stadtwerke ihr Versprechen, die Preise vorerst nicht zu erhöhen. Die Gastarife sollen mindestens bis zum Ende der Heizperiode auf dem im Oktober abgesenkten Niveau bleiben, sagte Thomas Bräuer gestern. Für den Strompreis garantiert er, dass es bis zum Jahresende 2010 sowohl in Stendal als auch außerhalb keine Veränderungen geben werde. Und auch der Wasserpreis, seit 2001 stabil, soll bis mindestens Ende nächsten Jahres nicht steigen. Bräuer dazu : " Egal, ob der im Land diskutierte Wasserpfennig kommt oder nicht – unsere Preise steigen nicht. " Und er geht davon aus, dass sich auch beim Abwasser nichts verändern werde, obwohl dessen Preisgestaltung in der Hand der stadteigenen Abwassergesellschaft liegt.

Insgesamt schätzten Bräuer und Hochbein das zu Ende gehende Jahr als " sehr vernünftig und erfolgreich " für die Stadtwerke ein. Manfred Hochbein, für die technische Seite der Geschäftsführung zuständig, kündigte an, das Unternehmen werde zum Jahreswechsel die Wasserverteilung, darunter den Bereitschaftsdienst, wieder in die eigenen Hände nehmen. Dafür würden die Mitarbeiter derzeit geschult. Bisher wurde dies von Eon-Avacon geleistet.