Er wird wieder zu einem der nobelsten Säle, die Stendals Mauern bergen. Der gotische Kapitelsaal im Domstift steht nach gründlicher Erneuerung kurz vor seiner Fertigstellung. Am 24. Januar, zum zehnten Gründungstag der Evangelischen Stadtgemeinde, wird er feierlich eingeweiht.

Stendal. Orange bis ziegelrot wie die Pfeiler und Gewölberippen des schönen gotischen Saals – so breitet sich der neue Fußboden im Kapitelsaal aus. Mitarbeiter einer Stendaler Firma schließen die 300 Quadratmeter große Fläche des Saals Stück für Stück mit 20 Zentimeter im Quadat messenden Tonfliesen. An die 7500 Pflastersteine sind es. Ein Teil von ihnen trägt auf der Unterseite einen Namensschriftzug. Die Signatur soll künftige Generationen daran erinnern, dass diese Fliese im Jahr 2009 von einem Sponsor mit fünf Euro finanziert wurde. Rund 1000 gespendete Euro, so ist von Kirchenkreissprecherin Dorit Lau-Stöber zu erfahren, tragen auf diese Weise zur Finanzierung des neuen Fußbodens bei.

Die Handwerker im Domstift haben zum Endspurt angesetzt. " Bis Heiligabend muss der Kapitelsaal komplett fertig sein ", sagt Sven Köppe von der Baufirma Schulze. Parallel dazu wird auch der an den Saal anschließende Südflügel des Kreuzgangs erneuert – auch hier werden die tonroten Fußbodenfliesen verlegt, Wände und Gewölbe frisch gemalert. Diesen Bereich werden die Handwerker bis Mitte Januar verlassen. Ein Fleckchen des Fußbodens bleibt jedoch noch offen. Voraussichtlich am 18. Januar wird es mit der letzten Platte, unter der die Liste der Spender und Zeugnisse des Tages verborgen werden, geschlossen. Am 24. Januar will die Stadtgemeinde ihr zehnjähriges Bestehen feiern – natürlich im neugestalteten Domstift mit dem renovierten Kapitelsaal.

Er wird künftig das Herzstück des kirchlichen Gemeindezentrums bilden. Der Kapitelsaal löst den darüber liegenden Cordatussaal als Winterkirche ab und kann für Tagungen mit bis zu 200 Teilnehmern genutzt werden.