Am helllichten Tag wurde Anfang Dezember in ein Wohnhaus in Schelldorf eingebrochen und in Bittkau Gleiches – wenn auch erfolglos – versucht. Polizeisprecherin Doris Grunau geht zwar nicht davon aus, das daraus eine Einbruchsserie wie in zwei Nachbarkreisen wird, rät aber trotzdem dazu, es potenziellen Dieben so schwer wie möglich zu machen.

Stendal. Der Dezember ist erst wenige Tage alt, da lassen Meldungen aus dem Süden des Landkreises aufhorchen : In Schelldorf sei in ein Wohnhaus eingebrochen worden. Am helllichten Tag hätten die Diebe das Haus " ausgeräumt ", trommelt der Buschfunk. Und bekommt prompt ein Echo. Auch in Grieben und Bittkau hätte es Wohnungseinbrüche gegeben. Und war da nicht auch in Tangerhütte und Mahlpfuhl was ?

Wie sich im Gespräch mit der Sprecherin des Stendaler Polizeireviers, Polizeioberkommissarin Doris Grunau, herausstellt, fußt nicht jedes der Gerüchte auf Tatsachen.

Richtig ist, dass am 4. Dezember nach 8. 30 Uhr in ein Wohnhaus in Schelldorf eingebrochen wurde. Der oder die Täter hatten das Fenster eines Gästezimmers aufgehebelt und waren in das Haus eingedrungen. Als der Hauseigentümer gegen 10. 15 Uhr nach Hause kam, bot sich folgendes Bild : Schranktüren standen offen, Schübe waren herausgezogen, Sachen durchwühlt. Er informierte die Polizei. Die nahm zu Protokoll : Ein Fernsehgerät, ein Laptop, eine Fotokamera, ein Fernglas und Bargeld sind gestohlen worden.

Auch wenn an den anderen Gerüchten – lediglich aus Bittkau ist vom 3. Dezember ein missglückter Einbruchsversuch angezeigt worden – nicht viel dran ist, macht die Dreistigkeit der Einbrecher in Schelldorf schon Schaudern.

Tageswohnungseinbruch

nennt sich im Polizeideutsch, was im Landkreis Stendal derzeit nicht die Tendenz zur Serie hat, versichert Doris Grunau. In den Nachbarkreisen sieht die Sache ganz anders aus. Von September bis November wurden im Jerichower

Land und im Bördekreis

mehr als 100 Tageswohnungseinbrüche registriert. " Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass das zu uns herüberschwappt ", sagt die Polizeisprecherin, rät aber dennoch dazu, es Einbrechern so schwer wie möglich zu machen.

Die Erfahrung zeige : Gelingt ein Einbruch nicht auf Anhieb, nehmen sich die Diebe in den seltensten Fällen die Zeit für weitere Versuche und lassen von ihrem Vorhaben ab. Eine andere Erfahrung, die Doris Grunau ausdrücklich nicht auf den Schelldorfer Einbruch bezieht, zeige aber auch : " Die Leute machen es den Einbrechern manches Mal ziemlich leicht. " Haustürschlüssel unter Steinen, Blumentöpfen oder anderen vermeintlich sicheren Verstecken direkt vor der Haustür seien geradezu einladend, ebenso angekippte Fenster, selbst wenn die sich in der oberen Etage befinden. Auch warnt Doris Grunau davor, Schlüssel in verglasten Eingangstüren von innen stecken zu lassen. Auf solche Fehler würden Einbrecher, die planmäßig vorgehen, geradezu warten. Dazu gehört auch, dass sie ihre Angriffsziele regelrecht ausspionieren, Häuser und Gewohnheiten von deren Bewohnern ausspähen. Die Einbrecher wollen ihr Risiko vergeblicher Versuche oder bei solchen erwischt zu werden, so gering wie möglich halten.

Darum auch bieten gut gesicherte Türen und Fenster bereits einen hohen Grad an Sicherheit vor Wohnungseinbrüchen. Der Möglichkeiten gibt es viele. Das beginnt bei abschließbaren Fenstergriffen, speziellen Fensterscharnieren, Schutzbeschlägen und Schließzylinderabdeckungen und reicht bis zu Mehrfachverriegelungssystemen. Die gibt es übrigens auch für Balkon- und Terrassentüren, macht die Polizeisprecherin auf zwei häufige Schwachpunkte an Wohnhäusern aufmerksam. Machmal helfe schon eine gut gepflegte Nachbarschaft, die sich mit Aufklebern wie " Vorsicht wachsamer Nachbar !" auch sichtbar machen lässt.

Diese Aufkleber und jede Menge weitere hilfreiche Tipps gibt es in der Beratungsstelle des Stendaler Polizeireviers. Wer sich dort Rat holen möchte, sollte telefonisch unter ( 0 39 31 ) 68 51 97 mit Kriminaloberkommissarin Birgit von der Heide einen Termin vereinbaren. Montags bis donnerstags ist sie von 8 bis 15 Uhr erreichbar. Auch Beratungen vor Ort, also in dem Haus, das einbruchssicherer gemacht werden soll, bietet sie an. " Wir zeigen auf, was möglich wäre. Für die Auswahl und den Einbau von Einbruchssicherungen sollte man sich dann an die Fachleute wenden. Die findet man in Firmen, die Fenster und Türen einbauen oder in Metallbaubetrieben ", sagt Polizeisprecherin Grunau.