Ein neues Löschfahrzeug ist seit gestern im Einsatz der Stendaler Freiwilligen Feuerwehr. Dienstagabend wurde es beim Dienstabend dafür ausgerüstet.

Stendal. Blaulicht unter dem Hallendach und aufgeregte Stimmen – es brennt hier nicht, und auch sonst steht kein Notfall an. Das wäre ja auch noch schöner : Immerhin handelt es sich bei dem Dach um das der Fahrzeughalle im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Stendals. Grund für die an den üblichen Dienstabenden nicht zu verspürende Aufregung : Ein neues Feuerwehrfahrzeug ist am Dienstabend in Dienst gestellt worden. Es handelt sich um ein sogenanntes LF 20 / 16, aufgebaut auf einem Mercedes-Lkw.

Seit drei Wochen

wird schon geübt

Bereits seit drei Wochen steht das Fahrzeug im Gerätehaus. Diejenigen Feuerwehrleute, die das 14, 5 Tonnen schwere und 360 000 Euro teure Fahrzeug dann im Notfall in Windeseile sicher durch die Stadt Stendal und deren Umgebung zu den Einsatzorten fahren sollen, haben sich in dieser Zeit schon mal mit der Fahrzeugtechnik unter dem knallrot lackierten Blech vertraut gemacht. Beispielsweise hat dieses Fahrzeug jetzt ein halbautomatisches Getriebe – eine gravierende Umstellung für den Fahrer im Vergleich zu den alten Feuerwehrfahrzeugen.

Seit vorgestern nun ist das Auto auf den Plätzen in der Fahrzeughalle nach vorn, direkt hinter das Tor gerückt. Denn wenn jetzt Einsätze gemeldet werden, dann wird dieses Fahrzeug in der Regel als erstes ausrücken, wenn es brennt. Ist es doch das leistungsfähigste Gerät in Sachen Brandbekämpfung, über das die Freiwillige Feuerwehr in Stendal verfügt.

Angefangen hat die Geschichte des neuen Feuerwehrautos allerdings weder vorgestern noch vor drei Wochen, eher vor mehreren Jahren. Denn bei der Anschaffung eines teuren neuen Fahrzeugs geht es bei der Feuerwehr nur bedingt nach den Wünschen nach Komfort und Leistungsfähigkeit der Technik seitens der Feuerwehrleute. Vielmehr ist in der Bedarfsplanung festgeschrieben, welches Material welche Wehr wann braucht. Außerdem müssen bei solchen Anschaffungen Förderanträge gestellt, bearbeitet, bewilligt und beantwortet werden. Zudem gibt es Feuerwehrfahrzeuge nicht von der Stange : Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben werden sie den Einsatzbedingungen und -anforderungen vor Ort individuell geplant.

Vorgänger soll

nach Borstel fahren

Die Löschtechnik ist laut Michael Geffers jetzt auf dem modernsten Stand. Wesentliche Neuerung : Vom neuen Fahrzeug gibt es in Kürze Leichtschaum. Der macht einen schnellen und wirksamen Einsatz möglich. Im Wesentlichen war die Löschwasserkapazität angesichts des großen Gewichts der Feuerwehrtechnik auf den Fahrzeugen schon immer beschränkt. Und – der Name lässt es schon vermuten – als Leichtschaum lässt sich ein großes Volumen an Löschmittel mit einem im Vergleich beispielsweise zum puren Wasser geringen Gewicht zur Brandstelle transportieren.

Das nun nicht mehr benötigte alte Fahrzeug wird übrigens nicht verschrottet. In Kürze soll es zur Freiwilligen Ortsfeuerwehr von Borstel versetzt werden. " Keine Frage : Das Fahrzeug kann durchaus noch viele Jahre seinen Dienst tun ", erklärt Michael Geffers. In Borstel sei es an der richtigen Stelle, weil die dortige Feuerwehr seltener zu Einsätzen ausrücken muss als die Stendaler.