7000 Frauen sind in der Altmark arbeitslos. Zwar sind das weniger als noch ein Jahr zuvor – doch zufrieden kann man damit trotzdem nicht sein. Um Frauen über die Möglichkeiten der Arbeitsvermittlung und offene Stellen zu informieren, fand gestern ein Aktionstag unter dem Titel " Frauen – wenn nicht jetzt – wann dann ?" statt.

Stendal. Kein freier Platz an den Computer-Terminals der Stendaler Arbeitsagentur : Gestern hat der zweite Frauenaktionstag stattgefunden. Neben Workshops zur Strategien für die Bewerbung konnten die Frauen die Angebote des Berufsinformationszentrums ( BIZ ) mit dem Internet-Center, der neuen Jobbörse und die Lernbörse der Bundesagentur unter fachkundiger Anleitung ausprobieren. Mitgebrachte Bewerbungsunterlagen wurden begutachtet, Verbesserungsvorschläge unterbreitet, es gab Fachvorträge : Unter den Überschriften " Beschäftigungsmöglichkeiten der Region im Trend ", " Existenzgründung – eine Chance " und " Personalauswahl – aus Sicht der Unternehmen " informierten die Referenten über spezielle Themen auf dem breiten Feld der Arbeitsplatzsuche.

Zwei derer, die nach Stendal zum Aktionstag gekommen waren, waren Simone Heu aus Gagel bei Osterburg und Silke Wiebach aus Tangerhütte. Beide interessieren sich vor allem für die Chancen der Selbständigkeit. Silke Wiebach : " Ich denke darüber nach, mir eine Existenz im Friseurhandwerk aufzubauen. " Simone Heu hat einen anderen Bereich im Blick : Ihr Fachgebiet ist die Senioren- und Haushaltshilfe. Sie sagt : " Von der heutigen Veranstaltung habe ich direkt von der Arbeitsagentur erfahren. " Silke Wiebach war im Stendaler BIC auf den Aktionstag aufmerksam geworden.

Der ist übrigens der zweite seiner Art und wurde landesweit ausgerichtet. Edeltraut Diebel ist die Beauftragte für Chancengleichheit und erklärt, warum ein solcher Aktionstag wichtig ist : " Es gibt viele Bereiche, in denen die soziale Kompetenz von Frauen gefragt ist. Leider ist darüber oft zu wenig bekannt. " Mit dem Training für die Bewerbung und für die Recherche nach Arbeitsplätzen speziell für Frauen habe man auch gute Erfahrungen gemacht : " Viele arbeitslose Frauen sind überdurchschnittlich wissbegierig und sehr interessiert. " Von den Arbeitslosen in der Altmark sind 49 Prozent Frauen.

Dass mehr Frauen eine für sie passende Stelle auf dem Arbeitsmarkt finden, ist aus Sicht von Dr. Marion Emmer, Geschäftsführerin der Stendaler Arbeitsagentur für den operativen Bereich, übrigens auch eine Frage der Zukunftsfähigkeit der Altmark : In ihrer Begrüßung erklärte sie, dass viele Unternehmen in Zukunft Schwierigkeiten haben werden, offene Stellen zu besetzen. Es gelte daher, gerade junge und motivierte Frauen in der Region zu halten und ihnen mit Aktionstagen wie dem gestrigen die bereits bestehenden Möglichkeiten in ihrer Heimat zu zeigen.