Anlässlich des Volkstrauertages wurde gestern in Stendal an verschiedenen Ehrenmalen der Kriegsopfer gedacht. Die Hauptgedenkfeier fand auf dem städtischen Friedhof statt. Erstmals beteiligten sich auch die Traditions-Husaren mit Gedenkzeremoniellen.

Stendal. Gräberpflege, Gedenken und Mahnung – das stand für viele Stendaler gestern im Mittelpunkt der Vormittagsgestaltung. Am Volkstrauertag machten sich die Menschen auf zu Friedhöfen und Denkmalen, um der Toten zu gedenken, aber auch um zu Versöhnung, Verständigung und Frieden aufzurufen.

Bei der Gedenkfeier auf dem städtischen Friedhof hielt Stadtratsvorsitzender Dr. Klaus-Jürgen Mörs eine Ansprache. Er erinnerte daran, dass " Aggression und Blutvergießen in vielen Teilen der Welt noch Normalität " sind, und der Volkstrauertag auch darum Anlass sei, der Opfer heutiger Kriege zu gedenken.

Der Volkstrauertag, so Mörs, müsse Zeichen und Mahnung für ein friedvolles Zusammenleben aller Menschen und " gegen jede Form von Gleichgültigkeit " sein. Er biete Anlass, für den Erhalt des Friedens einzutreten. Und so sei der Volkstrauertag nicht nur ein Tag für die Toten, sondern auch für die Lebenden : " Er ruft uns dazu auf, über Krieg, Terror, Opfer und Ursachen nachzudenken und uns für Frieden und Toleranz einzusetzen. "

Weitere Kranzniederlegungen gab es am Denkmal in Wahrburg, am Ehrenstein in Borstel und am sowjetischen Ehrenmal. Erstmals beteiligte sich an den Gedenkfeiern auch der Traditionsverein der Husaren – mit einer Kranzniederlegung am Husarendenkmal im Alten Dorf und einem Zeremoniell am Kriegsgefangenendenkmal auf dem Friedhof.

Die erste offizielle Feierstunde zum Volkstrauertag, der vom Volksbund initiiert wurde, gab es 1922 in Berlin. Die Organisation betreut im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von zwei Millionen deutschen Kriegstoten in 45 Staaten.