Stendal. Lange hatte die Altmark warten müssen, bis aus dem angekündigten Geld aus dem Konjunkturpaket II Aufträge für die regionale Wirtschaft wurden. Im September fiel dann flächendeckend der Startschuss, was vor allem die Baubranche zu spüren bekam. Maurer, Dachdecker, Trockenbauer und Bauinstandsetzungsgewerke waren in der Altmark die ersten, die von den Aufträgen aus kommunaler Hand profitierten.

Ein Grund dafür, dass die Arbeitslosenquote altmarkweit auf 13 Prozent und damit den niedrigsten Stand des Jahres sank ( siehe unten stehende Grafik ). Diese Entwicklung dem Konjunkturpaket allein zuzuschreiben, wäre zu kurz gegriffen. Marina Kermer, Vorsitzende der Geschäftsführung der Stendaler Arbeitsagentur, spricht von " Herbstbelebung ", in der sich die Altmark befinde. Auch im Dienstleistungsbereich, dem Gesundheits- und Pflegebereich seien vermehrt zu besetzende Arbeitsstellen gemeldet worden.

Bei all diesen Positivmeldungen weiß Kermer aber auch, dass ohne von der Bundesarbeitsagentur gespannte Netze wie der ausgeweiteten Kurzarbeiterregelung weit mehr Arbeitslose in der Altmark zu befürchten wären.

Wer anhand der aktuellen Arbeitslosenstatistik glauben möchte, die Wirtschaftskrise mache um die Altmark einen Bogen, unterliegt einem großen Irrtum. Jüngstes Beispiel, das auch die Stimmung von Marina Kermer trübt, ist der Produktionstopp bei Swedwood in Gardelegen. Seit dem 25. September steht fest, dass das Werk geschlossen wird, und somit 178 Männer und Frauen auf der Straße stehen, ausgenommen die fünf Auszubildenden des Unternehmens, die ihre Lehre in anderen Firmen beenden können. Diese Arbeitslosen finden sich in der Septemberstatistik der Arbeitsagentur übrigens noch nicht wieder.

Und auch folgender Fakt bremst den Optimismus in Sachen altmärkischer Arbeitsmarkt : 1562 Arbeitslose fanden im September wieder einen Job. Im September des Vorjahres waren es 218 mehr.