Am morgigen Sonntag beginnt in Tangermünde die Festwoche anlässlich der Ersterwähnung der Burg Tangermünde vor 1000 Jahren. Los geht es mit dem Eröffnungskonzert um 17 Uhr am Bleichenberg. Höhepunkt wird das 22. Burgfest vom 11. bis 13. September mit dem Festumzug am Sonntag sein. Viel mehr und andere Attraktionen als in den 21 Jahren zuvor wurden von der Verwaltung für diesen Höhepunkt organisiert.

Tangermünde. Jeder kennt das Gefühl : Wochen-, oft monatelang freut man sich auf ein besonderes Ereignis. Ist es da, so ist es auch schon wieder vorüber. Als Erinnerung bleiben oft die schönsten Momente im Gedächtnis haften, zeugen Fotos von dem, was das Ereignis so besonders machte.

Wer in den nächsten Tagen Tangermünde besucht, der soll neben den vielen positiven Eindrücken zwischen Festkonzert, Opern-Premiere und Musical-Uraufführung ein kleines Andenken an das 1000-jährige Fest in der mittelalterlichen Stadt mit nach Hause nehmen.

Dieses Andenken ist ein Produkt aus Zinn und entsteht in Handarbeit. Die Verwaltung der Stadt hat Zinngussmedaillen und Schlüsselanhänger mit drei verschiedenen Motiven in Auftrag gegeben. Sie zeigen die Burg, den Turm der Rossfurt beziehungsweise Kaiser Karl IV. auf der einen und das Wappen der Stadt Tangermünde auf der anderen Seite. Seit einigen Wochen sind die Medaillen in allen Museen der Stadt, in der Salzkirche und der Stadtinformation zu bekommen.

Die Kunst der Zinngießerei ist während der Burgfesttages in der Kaiserstadt auch hautnah zu erleben. Handwerksmeister Wolfgang Barthel kommt dazu aus dem sächsischen Freiberg in die Stadt an der Elbe und zeigt sowohl den Einheimischen als auch Gästen, wie Becher aus Zinn gegossen werden.

Barthel selbst nennt dieses Produkt " Stamper 1000 Jahre Burg Tangermünde ". Das Motiv hat er selbst entworfen, die Form allein hergestellt. Mit Zinn, der Form und einer Drehbank wird der Meister seines Faches am Neustädter Tor zu sehen sein. " Um Gegenstände aus Zinn herstellen zu können, muss das Zinn auf 320 Grad Celsius erwärmt werden ", verrät der Zinngießer. Gegossen wird es in eine 240 Grad heiße Form. Ist das Zinn in der Form, wird diese mit nassen Lappen von unten auf 220 Grad Celsius abgekühlt. Jetzt lässt sich im Fall des Stampers der Becherrohling aus der Form entnehmen.

Allerdings ist er damit noch nicht fertig. Wolfgang Barthel erklärt, dass das Zinn noch gebürstet und gebeizt wird sowie auf der Drehbank bearbeitet.

Da das Zinn vollständig bleifrei ist, kann so ein Stamper mit dem Aufdruck " 1000 Jahre Burg Tangermünde " tatsächlich als Trinkgefäß genutzt werden. Wer sich also ein solches Erinnerungsstück mitnehmen möchte, findet den Zinngießer zum Burgfest am Neustädter Tor.

Mitbringen wird Wolfgang Barthel auch eine Zinngussmedaille. 400 Stück hat er davon hergestellt, sie auf der einen Seite mit dem Rathaus, auf der anderen mit St. Stephan und dem Stadtwappen versehen.