Vor 30 Jahren hieß sie noch nicht " Märchenland ", aber am 1. August 1979 ging die Kita an der Juri-Gagarin-Straße an den Start. Das musste natürlich gefeiert werden, und so begeisterten die Kinder der Einrichtung am Sonnabend ihre Familien und Erzieherinnen mit einem schwungvollen Programm.

Stendal. " Es war einmal der 1. August 1979, da kamen Bager gefahren, die haben Löcher gebuddelt und wieder zugemacht und ein Haus gebaut ... " So lässt Anke Kröning, seit drei Jahren Leiterin des " Märchenlands ", das Märchen beginnen, in dem in Stendal-Stadtsee eine Kindertagesstätte ins Leben gerufen wurde, deren Geschichte nach 30 Jahren noch längst nicht zu Ende erzählt ist.

Aber weil man nach einer so langen Etappe auch mal innehalten muss, wurde am Sonnabend in Stadtsee herrlich gefeiert. Für die Eltern und Verwandten hatten die Kinder ein kleines hübsches Programm mit Liedern und Tänzen geübt, es gab ein richtig langes Kuchenbüffet und genügend Gelegenheit, sich in Gesprächen oder bei Blicken in die Chronik mit den Geschicken des " Märchenlands " vertraut zu machen oder sich vom Selbstverständnis dieser Kita überzeugen zu lassen. Das formuliert Krönings Stellvertreterin Angela Steckel so : " Wir sind ein offenes Haus, wo jeder willkommen ist und sich einbringen kann, kreativ sein kann und wo auch Eltern ihre Talente einbringen können. Es soll ein konstruktives Miteinander sein, in dem wir viel über die Familien erfahren, in denen die Kinder aufwachsen. "

Keine Einzelkämpfer

30 Jahre – die gehen auch am Erzieherberuf nicht vorüber. " Unsere Arbeit hat sich total geändert ", sagt Steckel prompt. " Die Arbeit ist individueller geworden, nicht mehr so frontal. Natürlich stellt das auch höhere Anforderungen an die Mitarbeiter. " Ihre Kollegin Ingrid Rählert schätzt den Beruf mit all seinen Wandlungen genauso, nur : " Manchmal wünsche ich mir mehr Zeit. Für Beobachtung und Elterngespräche zum Beispiel. Aber das Gemeinsame ist das Schöne an unserem Beruf, früher waren wir doch eher Einzelkämpfer. "

Was diese drei Frauen, von denen hier nun die Rede war, außer ihrer täglichen Arbeit heute verbindet : Sie waren von Anfang an dabei, kennen ihre Kita in- und auswendig. Und deshalb wissen sie auch, dass eines Tages mal ein Zauberer da war, der den Kindergarten schön und neu machte. Da lässt sich Anke Kröning gern zu einem Blick in die Zukunft hinreißen : " Vielleicht kommt dieser Zauberer ja eines Tages wieder, und dann ist auch die Krippe schön und der Spielplatz neu. " Tja, manchmal werden Märchen ja doch wahr ...