Stendal ( ro ). Beate Ragi hatte es kalt erwischt. " Gerade sitze ich mit privaten Sachen auf dem Flohmarkt beim ehemaligen Obi-Markt, als zwei Damen vom Amt meine kompletten Daten aufnehmen ", berichtet sie ihr Erlebnis vom vergangenen Sonnabend. " Bei anderen privaten Anbietern, die sich weigern, ihre Namen preiszugeben, notieren sie die Autokennzeichen. Ich als Teilnehmerin sollte beim Veranstalter erfragen, ob er eine ‚ Festsetzung ‘ hätte. "

Für Beate Ragi ist das " ein unglaublicher Vorgang ". Seit 20 Jahren biete sie, wenn sie entrümpelt hat, ihre Sachen auf Flohmärkten an – in Hamburg, Weimar, Zwickau oder Weißewarte. Noch nie seien ihre Daten erhoben worden. " Warum das Ganze ?", fragt sie.

Die Volksstimme erkundigte sich in der Stadtverwaltung. Sprecherin Sybille Stegemann erklärt den Vorgang so : Der Betreiber des Flohmarkts habe bei der Stadt Stendal eine Genehmigung zum Ausschank von alkoholischen Getränken beantragt. Die Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes hätten die Einhaltung der Genehmigung am Sonnabend kontrolliert und dabei festgestellt, dass der Betreiber keine Marktfestsetzung, die kostenpflichtig ist, beantragt habe.

Ist keine Marktfestsetzung vorhanden, müsse jeder einzelne Händler eine Reisegewerbekarte vorweisen, informiert Stegemann weiter. Von den 23 Händlern auf dem Flohmarkt hätten nur vier eine solche Karte vorlegen können.

" Die Mitarbeiterinnen des Ordnungsamts haben die Veranstaltung nicht abgebrochen, sondern nur den Betreiber und die Händler kontrolliert, von einigen die Personalien aufgenommen und den Betreiber auf den Mangel hingewiesen ", so die Sprecherin.