Klietz. Zum Quartalsanfang werden junge Frauen und Männer in die Reihen der Bundeswehr aufgenommen. Die 5. Kompanie des Panzerpionierbataillon 803 Havelberg begrüßte in dieser Woche in Klietz die neuen Rekruten.

Vor dem Eingangstor der Kaserne im Wald des Truppenübungsplatzes in Klietz fahren an diesem Tag immer wieder Autos vor. Aus ihnen steigen junge Männer, begleitet von Eltern, Freundin oder Kumpel. Manche plaudern noch eine ganze Weile, bis sie sich trennen. Mit dem Einberufungsbefehl und ihrem Gepäck marschieren sie zum Gebäude der 5. Kompanie des Panzerpionierbataillons 803 Havelberg. Im Schatten größerer Büsche warten Bänke und kühle Getränke auf sie. Dort nehmen sie Platz, bis sie an der Reihe sind, um die Aufnahmeprozedur zu absolvieren.

Von den 92 Rekruten gehören 79 zum Panzerpionierbataillon, acht werden für das Gefechtssimulationszentrum Heer in Wildfecken ausgebildet, fünf für das Artilleriebataillon 259 in Immendingen, ebenfalls in Bayern gelegen. Die meisten der jungen Männer kommen aus dem Großraum Magdeburg und Berlin, einige aus Schwerin, Leipzig oder aus Bayern. Sie absolvieren in den nächsten drei Monaten ihre Grundausbildung in der 5. Kompanie des Bataillons. Weil in der Elb-Havel-Kaserne in Havelberg noch nicht genügend Unterkunftsgebäude zur Verfügung stehen, sind sie in der Kaserne im Walde in Klietz untergebracht. Bereits zum neunten Mal werden die Rekruten auf dem Truppenübungsplatz in der Seegemeinde ausgebildet, berichtet Kompaniechef Sven Krüger.

Derweil erhalten die Rekruten ihre Verpf egungskarte, mit der sie täglich ihre drei Mahlzeiten in Empfang nehmen können, ihre Fahrkarte und den vorläuf gen Truppenausweis. Am Ende des Schleusengangs bekommen sie ihre Erstausstattung mit Magazinen und Magazintaschen, Lappen und Reinigungsgerät für das Gewehr sowie Schreibzeug, Verbandsmaterial, Ohrenschützer und Schuhputzzeug. Dann werden sie ihren Zügen zugeteilt und beziehen die Zimmer, in denen zwei bis vier Soldaten untergebracht sind.

In Havelberg werden die Rekruten tags darauf eingekleidet. Am Wochenende schon treten sie zum ersten Dienst an. Der sportliche Eignungstest ist zu absolvieren und in der nächsten Woche Theorie. Rechte und Pfichten als Soldat, Waffenkunde, Grundlagen und Belehrung gehören dazu. Am Ende der Woche wählen die Rekruten ihre Vertrauensperson. Dem ersten scharfen Schießen geht die praktische Ausbildung am Schießsimulator in Havelberg voraus. Sanitäts- und Gefechtsausbildung sind ebenfalls Bestandteil der Grundausbildung. Für den 3. September ist das Gelöbnis in Havelberg ge plant.

Über die Hälfte der jungen Soldaten sind Abiturienten. " Das ist normal bei der Einberufung im Juli ", weiß Sven Krüger. Gleich nach Ende der Schule gehen viele junge Männer zur Bundeswehr.