Stendal ( ri ). Der Sensenmann schleicht über den Sperlingsberg. Er hat am Sonnabend Schuhe in der Stendaler Fußgängerzone in Reih’ und Glied aufgestellt. Zu hören sind Zitate von deutschen Politikern, die den Einsatz der Bundeswehr in anderen Ländern rechtfertigen. Im Hintergrund ein Plakat mit der Aufschrift : " Deutschland im Krieg ".

Dieses Bild gehört zum Programm der Friedensreiter, die in diesem Jahr von Haldensleben über Magdeburg nach Stendal geritten sind. Sie setzen sich dafür ein, dass mehr Geld in zivile Projekte investiert wird und weniger in Militär und Krieg. Keine unbekannte Region ist das für sie : Im Jahr 1994 haben die Friedensbewegten bereits einen Rundkurs um die Colbitz-Letzlinger Hiede absolviert, im Jahr 1996 sind sie von der Wittstocker zu Colbitz-Letzlinger Heide geritten. In anderen Jahren waren Felder mit genveränderten Pflanzen das Ziel oder Kernenergie-Anlagen. Gentechnik und Atomkraft also auch ein Thema der Friedensreiter.

In diesem Jahr sei die Zusammenarbeit mit der Initiative " Offene Heide ", die sich für die nichtmilitärische Nutzung des Gebietes südlich des Landkreises Stendal engagiert, eng gewesen. Die Friedensreiter waren Teil des Friedenswegs, Aktive der Bürgerinitiative " Offene Heide " hatten Unterkünfte für Ross und Freidensreiter zur Verfügung gestellt.

Eine der Initatorinnen des Friedensritts ist Schulamith Weil aus dem Wendland. Sie erinnert am Sonnabend in ihrer Rede an der Breiten Straße nicht zuletzt an die im Januar verstorbene Stendaler Bürgerrechtlerin Erika Drees : " Ihre Anliegen waren auch die Unseren !"

Die Schuhe, die der Sensenmann aus einer Truhe herausgeholt und auf dem Straßenpflaster am Sperlingsberg aufgestellt hat, sind ein Paar Soldatenstiefel und jede Menge Turnschuhe, Damenschuhe und Kinderschuhe. Mitorganisator Jörg Lauenroth-Mago erklärt : " Das soll zeigen, dass in Kriegen Soldaten sterben, aber noch viel mehr Zivilisten. " Für 2010 ist ein Friedensritt an die Ostsee geplant.

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