Stendal. Die jungen Eltern, die gerade ihren Nachwuchs auf die große rote Hüpfburg neben der Sperlingsida hoben, werden es gern gehört haben : Die FDP will bundesweit einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz durchsetzen und sich dafür starkmachen, dass Familien mit Kindern mehr Netto vom Brutto im Portemonnaie haben. Eine Politik mit dieser Stoßrichtung versprach gestern die stellvertretende Bundesvorsitzende Cornelia Pieper auf dem Kinder- und Familienfest der FDP in Stendal.

Pieper, die sich bei dieser gemeinsamen Veranstaltung der beiden liberalen Kreisverbände Stendal und Salzwedel zusammen mit der Direktkandidatin für die Altmark, Gabriele Hauptstein, vorstellte, war neun Wochen vor der Bundestagswahl in Sachen Wahlkampf nach Stendal gekommen. Neben den familienpolitischen Zielen ihrer Partei – unter anderem die Verdoppelung des Steuerfreibetrages für jedes Kind auf 8000 Euro – gehe es der FDP um die Stärkung des Mittelstandes und die Vereinfachung des Steuersystems durch eine große Reform. " Unser Vorschlag ", so Pieper im Gespräch mit der Volksstimme, " ist ein Drei-Stufen-Tarif : zehn Prozent für niedrige, 25 Prozent für mittlere und 35 Prozent für Spitzeneinkommen. "

Die Gegenfinanzierung ist aus ihrer Sicht kein Problem : Der Staat müsse die Ausgaben kürzen, beispielsweise die Entwicklungshilfe für China und Indien. Durch eine Umstrukturierung der Agentur für Arbeit ließen sich aus ihrer Sicht 3 bis 3, 5 Milliarden Euro einsparen.

Mit Jazz- und Soulklängen von der Musikerfabrik kam das liberale Fest auf dem Sperlingsberg in Fahrt. Am 11. August soll es in Salzwedel wiederholt werden.