Stendal. Auf die Idee, seine Familie mit einem Computernetzwerk zu vergleichen, muss man erstmal kommen. Das schaffte der Achtklässler Friedrich Biermann vom Winckelmann-Gymnasium und gewann beim diesjährigen Volksstimme-Wettbewerb SchmaZ ( Schüler machen Zeitung ) damit sogar den zweiten Platz. " In meiner Familie haben eigentlich alle einen Computer ", sagt der 14-J ährige. Außerdem fänden seine Eltern, dass er und seine Geschwister zu viel Zeit im Internet verbringen würden. " Von daher sind Computer immer ein Thema bei uns und eigentlich ist meine Familie auch so aufgebaut. " Dabei spielt sein Vater die Rolle eines hochmodernen Notebooks, dass nie locker lässt und über alle Codes verfügt. Seine Mutter ist der Hauptserver, der jederzeit bereit ist, Friedrich vom Netz zu nehmen und in ständigem Kontakt mit den kleinen Brüdern des 14-J ährigen steht. " Sie fanden den Text in Ordnung. Ich habe ja nur die Wahrheit geschrieben ", schildert Friedrich die Reaktionen seiner Eltern und muss dabei lächeln. " So hart war ich nicht zu ihnen. "

Doch was die Jury als lockeren, kreativen Text überzeugte, entstand durch harte Arbeit. Aus Computerfachzeitschriften

musste sich Friedrich zuerst die passenden Begriffe und Bedeutungen herausarbeiten. Danach wurde der Text innerhalb der Klasse im Deutschunterricht besprochen. " Da kamen nochmals Verständnisfragen auf, die Friedrich aber ohne Probleme erklären konnte ", sagt Deutschlehrerin Monika Böttcher, die die Klasse 8 a in diesem Jahr zum ersten Mal für SchmaZ angemeldet hatte. Denn, wer weiß schon auf Anhieb, was ein 16-Zoll-LCD-Notebook mit CineCristal-Display, 250-GB-Festplatte, ATI-Radeon-Graf kkarte und W-Lan-Anschluss wirklich ist.

Die SchmaZ-Jury fand den Vergleich ziemlich gut und wählte Friedrichs Artikel auf den zweiten Platz. Die 200 Euro Siegerprämie wandert vorerst in die Klassenkasse. " Es wird wohl in die nächste Klassenfahrt f ießen. Dann können wir dort auch mal ins Kino gehen oder zumindest ein bisschen mehr unternehmen, als in diesem Jahr ", sagt Monika Böttcher. Einen nagelneuen iPod gab es außerdem noch dazu. Den darf Friedrich aber für sich behalten, um bei seinem weiteren Hobbys, der Leichtathletik und der Wasserwacht, immer ein bisschen Musik dabei zu haben.