Am späten Nachmittag brach über Stendal am Sonnabend die Kulturnacht herein. Zahlreiche Einrichtungen hatten zu den verschiedensten kulturellen Schmakerln eingeladen.

Stendal. " Das ist eine Premiere, das gibt es nie wieder !" Wortgewaltig und lautstark moderiert der scheidende Theaterintendant Markus Dietze den AltmarkBrass auf dem Theatervorplatz an. Um ihn herum auf den Betontribühnen über 200 Zuhörer, mittendrin Johannes Schymalla. Der Domkantor hat zur Stendaler Kulturnacht den Frack des Dirigenten übergestreift, schwingt den Taktstock – und aus den geöffneten Fenstern des Theaters erschallt die Musik. Ein Bläserensemble, eigens zusammengestellt für diesen Abend, hat sich dort postiert, spielt vor dem begeisterten Publikum vier Stücke und eine Zugabe. Nach einer knappen Viertelstunde : Ende der Vorstellung.

Der einmalige Auftritt der Bläser war einer der zahlreichen Bausteine der Stendaler Kulturnacht. In der Musikschule, die ihr Fest " Stendalia incognita " kurzerhand in die Kulturnacht eingebunden hatte, gab es beispielsweise die Altmarkpremiere für ein Musical ( die Volksstimme berichtete ), gegen 22 Uhr gaben schrill verkleidete Unterstützer und Mitarbeiter des Hauses einen komödiantischen Wetterbericht ab. Derweil waren die Museen geöffnet, im Kindermuseum versuchten sich an diesem Abend die Kinder an der archäologischen Technik des Abklatschens. In der Bibliothek gab es Musik und einen Bücherbasar, nebenan im Stadtarchiv Führungen und historische Filmaufnahmen. Fester Bestandteil bereits am frühen Abend die Versteigerung aus dem Fundus des Theaters der Altmark im Klostergarten : Da gab es nicht allein extravagante Kostüme, es gab vor allem eine überaus unterhaltsame Moderation des Theaterintendanten.