Stendal. Das neue Abfallwirtschaftskonzept des Landkreises wird dem Kreistag am morgigen Donnerstag zum Beschluss vorgelegt. Diskutiert wurde über das nahezu 100 Seiten dicke Konzept zuvor in den Kreistagsausschüssen, letztmals in der vergangenen Woche im Kreisausschuss. Landrat Jörg Hellmuth legte eine " Kurzfassung " des Papiers vor, in der es vor allem darum ging, inwieweit Hinweise von Trägern öffentlicher Belange und von Bürgern, die sich sachkundig in die Diskussion einbringen wollten, in das Abfallwirtschaftskonzept eingearbeitet werden sollen.

Zu Letzteren gehört Winfried Burghardt aus Uenglingen. Er hatte unter anderem die bisherige Praxis der kostenlosen Biotonne beziehungsweise die Umlegung der dafür anfallenden Kosten auf die von allen Bürgern zu zahlende Grundgebühr angeprangert ( die Volksstimme berichtete ).

Eine Herangehensweise, an der im neuen Konzept nichts geändert werden soll. Bürger, die ihre Bioabfälle selbst kompostieren und verwerten, also keine Kosten für den Bioabfall verursachen, seien dadurch benachteiligt.

Im Abwägungsprotrokoll des Kreisumweltamts zum Abfallwirtschaftskonzept finden sich die Hinweise des Uenglingers zwar wieder, eine Änderung des Konzepts ist deshalb jedoch nicht vorgesehen. Ob separate Gebühren für die Biotonne nach dem Verursacherprinzip erhoben werden sollen, sei eine Frage, die in der Abfallsatzung, nicht im Abfallwirtschaftskonzept zu beantworten wäre, heißt es sinngemäß in besagtem Protokoll.

Landrat Jörg Hellmuth zumindest ist dafür, die bisherige Regelung beizubehalten : " Wenn wir die Konditionen für die Biotonne spürbar verschlechtern, haben wir noch größere Probleme als bisher mit dem Verbrennen von Gartenabfällen ", sagte der Landrat während der Kreisausschusssitzung.

Rund 24 400 Biotonnen mit einem Fassungsvermögen zwischen 60 und 240 Litern werden im Landkreis genutzt.