Es hat den Anschein, als komme nun doch Bewegung in das uralte Bauvorhaben Einkaufsmarkt am Schadewachten. Wie Oberbürgermeister Klaus Schmotz am Montag im Stadtrat sagte, stehe das letzte Grundstücksproblem kurz vor seiner Lösung, so dass der Investor seine Baupläne demnächst verwirklichen könne.

Stendal. Den Baubeginn für seinen Nahversorger in der südlichen Altstadt hat Edeka schon mehrfach versprochen. Zuletzt vor genau zwei Jahren, im April 2007. Da erklärte der damalige Expansionsleiter für Sachsen-Anhalt, Dieter Donath, der Volksstimme : " Wenn nicht in diesem Jahr, dann wird 2008 gebaut. " Dafür gebe es " gute Signale " aus der Unternehmenszentrale in Minden.

Inzwischen schreiben wir April 2009, und von baulichen Aktivitäten im Quartier zwischen Schadewachten und Südwall ist noch immer nichts zu sehen. Doch nun ist auch der Oberbürgermeister zuversichtlich : " Es könnte jetzt klappen mit dem innerstädtischen Versorger. " Das letzte Grundstücksproblem stehe vor einer Lösung.

Klaus Schmotz teilte am Montag dem Stadtrat mit, die bisher schwierigen Verhandlungen zwischen dem Grundstückseigentümer, einer hiesigen Bank, und dem Investor seien " zu einem glücklichen Ende gebracht ". In seiner Mai-Sitzung wolle er dem Stadtrat das Projekt vorlegen.

Einzelheiten zum gegenwärtigen Stand der Dinge konnte auch SPD-Stadtrat Fritz Lüsch beibringen, der das Thema Schadewachten-Markt seit Jahren wachhält und immer wieder in den Stadtrat und seine Ausschüsse trägt. Lüsch hatte den Bankchef, dessen Institut das sogenannte Pressehaus und die ehemalige Druckerei am Schadewachten besitzt, im März um ein Gespräch gebeten. " Erstaunlich war ", berichtete Fritz Lüsch den Stadträten, " dass der Bank bis dahin gar kein Kaufangebot vorlag. "

Tage nach diesem Gespräch habe ihn der Bankdirektor angerufen und gesagt, man habe Verhandlungen mit dem Projektleiter des Einkaufsmarktes aufgenommen. Der Grundstücksverkauf sei im Juni unter Dach und Fach. Für Stadtratsvorsitzenden Dr. Klaus-Jürgen Mörs ( CDU ) Grund genug, dem ältesten Stadtrat Fritz Lüsch für seine Aktivitäten im Interesse der Stadtentwicklung zu danken.

Ob nun der Handelsriese Edeka tatsächlich, wie seit Jahren geplant, einen Nahversorger in das Schadewachten-Quartier baut, hätte die Volksstimme gern von der Unternehmenszentrale in Minden erfahren. Dort war gestern kein Ansprechpartner erreichbar, der darüber Auskunft geben könnte. Die Redaktion wurde auf heute vertröstet.

Bisher sahen die Pläne so aus : Entstehen sollte ein 600 Quadratmeter großer Nahversorger der Edeka-Discount-Kette NP. " Und noch etwas dazu ", wie es in früheren Stelmens hieß, wobei betont wurde, dass man nicht in Konkurrenz zu den Innenstadthändlern treten wolle.

Bereits im Jahre 2004 hatten die Mindener das Rennen um die wichtigsten Grundstücke im Quartier gewonnen und sich 10 000 Quadratmeter gesichert. Damit war Mitbewerber Kaufland aus dem Felde geschlagen, der ein mehrere tausend Quadratmeter großes SB-Warenhaus bauen wollte.